GESUNDE WEIHNACHTEN

In drei Tagen ist Heiligabend. Ein Weihnachtsfest, das so ganz anders ist als die, die wir in der Vergangenheit erlebt haben. Hat man vor einem Jahr noch aufgerufen, die einsamen Verwandten und Nachbarn nicht zu vergessen oder dem Menschen, der auf der Straße lebt, wenigstens einen heißen Tee oder Kaffee mit einem Lächeln zu schenken, dürfen wir in diesem Jahr nicht mal mit der ganzen Familie feiern.

Wie traurig muss es sein, an Weihnachten allein in der Wohnung zu sitzen und den hoffentlich trotzdem vorhandenen Baum anzusehen. Skype und Videotelefonie sind ja ganz nett, aber kein Ersatz für echte Umarmungen.

Früher wünschten wir uns Frieden auf der Welt und dass sich alle gegenseitig schätzen. Heute sind wir vor allem an Gesundheit und Normalität interessiert.

Normalität… Ich hoffe, dass wir irgendwann die einstmals banalen Dinge wie Essen gehen, verreisen, in großem Kreis feiern und vieles mehr wirklich zu schätzen wissen.

Wie auch immer Ihr da draußen die Weihnachtstage erlebt, passt auf Euch und Eure Lieben auf.

Besinnliche und frohe Feiertage wünscht

Dana

DER SCHREI NACH FREIHEIT oder LASST MIR MEINEN KÄFIG

Der Mensch ist ein seltsames Wesen. Voll von guten Vorsätzen – der eine oder andere bastelt sicher schon an den Vorsätzen für’s neue Jahr -, immer darauf bedacht, ein guter Mensch zu sein (Okay, einige schließe ich mal aus, die sind darauf fixiert, Vollidioten zu bleiben. Glückwunsch. Klappt.).

Ich gehe mal davon aus, dass der größte Teil der Menschheit (Bitte, Universum, lass mich Recht haben!) bestrebt ist, vernünftig und verantwortungsvoll zu sein. Kleine Ausbrecher aus diesem löblichen Leben sind nicht dramatisch. Die guten Karmapunkte überwiegen, da kann man an so manchem Wochenende mal über die Stränge schlagen.

Nun ist es so, dass ich eine aufmerksame Zuhörerin (und Leserin) bin, der es dann und wann mal auffällt, dass Menschen etwas sagen und was anderes leben.

Da ist zum Beispiel dieser unbändige Drang nach Freiheit (damit meine ich nicht die Bewohner von Strafvollzugsanstalten).

Wir behaupten, frei zu sein. Eigene Entscheidungen treffen zu können.

So zu leben, wie wir wollen.

Unseren eigenen Willen durchzusetzen.

Zu lieben, wen wir wollen.

Zu hassen, wen wir wollen (Ach nee, man hasst ja nicht. Warum eigentlich nicht?).

Gefühle zuzulassen und zu leben.

Solche verrückten, aber doch banalen Dinge eben. Ab und zu, wenn der Kopfmensch in mir über den Herzensmenschen gewonnen hat, lehne ich mich lächelnd zurück und denke ‚ You lie to yourself‘.

Eigentlich ist ein Mensch gar nicht frei. Ein Mensch ist ein Wesen, das auf Sicherheit bedacht ist. Er möchte Überraschungen nur an Weihnachten oder Geburtstagen. Die Sicherheit und Bequemlichkeit seines Alltages, der bei den meisten sterbenslangweilig ist – wenn man ihm Glauben schenkt -, gehen ihm vor.

Persönliche Katastrophen? Um Himmels Willen. Nicht, wenn es sich verhindern lässt.

Der Mensch würde gern andere Dinge tun oder wenigstens ausprobieren. Seine To-Do-List von Sachen, die er gern erleben würde, ist lang. Aber der goldene Käfig des selbstgewählten Alltags ist geschlossen und sicher. Und die Liste der Ausreden, warum Punkte dieser Liste gerade jetzt nicht absolviert werden können und warten müssen, ist lang.

– Nächstes Jahr.

– Wenn die Kinder groß sind.

– Nach der nächsten Gehaltserhöhung.

– Wenn ich 20 kg abgenommen habe.

– Wenn ich 20 kg zugenommen habe.

– Wenn das Wetter besser ist.

– Wenn mein Lieblings-Fußball-Verein deutscher Meister geworden ist.

– Wenn der Mondstand passt.

– Wenn, wenn, wenn…

Es wird immer ein “Wenn“ geben. Die Liste der “Wenns“ ist länger als die Entfernung zwischen Sonne und Erde. Mit jedem Verschieben wird die Kette, die uns an unseren Käfig fesselt kürzer. Worauf das hinausläuft, ist klar?

Es kommt irgendwann die Zeit, in der diese Kette deinen Bewegunsgspielraum komplett verringert hat. Du hockst dann da, kannst dich nicht rühren und bereust.

Wenn dieser Zeitpunkt erreicht ist, gibt es zwei Möglichkeiten:

1. Du denkst nichts anderes mehr als “Hätte ich doch nur…“

2. Du machst dir klar, dass “Fesselspiele“ schon immer dein Ding waren, und Du dich für den Rest deines Lebens gern in deinem Käfig an der viel zu kurzen Kette wohlfühlst.

Beides nicht besonders prickelnd?

Dann benutze den verdammten Schlüssel, um dich zu befreien! Du weißt doch, wo er sich befindet.

P.S. Wer mir jetzt kommen möchte mit: Kann ja nicht jeder machen, was er will. Man hat Verpflichtungen. Man darf nicht egoistisch sein. Man darf damit andere nicht verletzen… Dem sage ich: Persönliche Freiheit hat nichts mit Materialismus und falscher Rücksicht zu tun. Und – persönliche Freiheit beginnt zwar im Kopf, endet aber nicht dort.