SCHLEICH DICH NICHT IN MEIN HERZ

Ich mag es, mit dir zu reden.
Ich liebe es, mit dir zu lachen.
Ich vermisse dich, wenn wir beide unser eigenes Leben leben.
Du gehörst irgendwie zu mir.
Ich denke so oft an dich.
Ich möchte nicht auf dich verzichten.

Und dennoch: Berühr nicht mein Herz, wenn du es nicht behalten willst. Lass nicht zu, dass ich so richtig etwas für dich empfinde. Mach, dass wir weiter an der Oberfläche treiben. Ich möchte nicht untergehen. Ich kann nicht noch mal untergehen…

GESUNDE WEIHNACHTEN

In drei Tagen ist Heiligabend. Ein Weihnachtsfest, das so ganz anders ist als die, die wir in der Vergangenheit erlebt haben. Hat man vor einem Jahr noch aufgerufen, die einsamen Verwandten und Nachbarn nicht zu vergessen oder dem Menschen, der auf der Straße lebt, wenigstens einen heißen Tee oder Kaffee mit einem Lächeln zu schenken, dürfen wir in diesem Jahr nicht mal mit der ganzen Familie feiern.

Wie traurig muss es sein, an Weihnachten allein in der Wohnung zu sitzen und den hoffentlich trotzdem vorhandenen Baum anzusehen. Skype und Videotelefonie sind ja ganz nett, aber kein Ersatz für echte Umarmungen.

Früher wünschten wir uns Frieden auf der Welt und dass sich alle gegenseitig schätzen. Heute sind wir vor allem an Gesundheit und Normalität interessiert.

Normalität… Ich hoffe, dass wir irgendwann die einstmals banalen Dinge wie Essen gehen, verreisen, in großem Kreis feiern und vieles mehr wirklich zu schätzen wissen.

Wie auch immer Ihr da draußen die Weihnachtstage erlebt, passt auf Euch und Eure Lieben auf.

Besinnliche und frohe Feiertage wünscht

Dana

EINFACH?

Einfach tun – was richtig ist.
Einfach lassen – was nichts bringt.
Einfach sagen – was man denkt.
Einfach leben – was man fühlt.
Einfach lieben , wen man mag.
Eigentlich – ganz einfach.

Woher weiß man, was richtig ist?
Woher weiß man, dass etwas nichts bringen wird?
Woher weiß man, dass man verstanden wird, wenn man sagt, was man denkt?
Leben, was man fühlt? Kann man das? Mit allen Konsequenzen?
Lieben? Und verletzt werden?
Nicht ist einfach!!!

WORTE

28 FEBRUAR 2019, 14:54 Worte…

Wir benutzen sie täglich. Ob in mündlicher oder in schriftlicher Form.

Manchmal kommen sie in uns an.

Manchmal dringen sie auch durch uns durch und berühren uns kaum.

Manchmal glauben wir ihnen. Und dann auch wieder nicht.

Um Worten zu vertrauen, braucht es Blicke. Und Berührungen. Wenn sie mit den Worten übereinstimmen, gibt es keine Zweifel mehr. Das sind Momente des Glücks.

WAS, WENN DU NICHT WEGLAUFEN KANNST…

Manchmal denkst du an vergangene Zeiten. Wie schwierig es war, an einem Punkt deines Lebens zu kommen, an dem du mit dir und deiner Umwelt klarkommst. Du erinnerst dich, wie leicht auf einmal viele Dinge waren, die dir irgendwann unmöglich erschienen. Selbst das Weglaufen vor gewissen Situationen und Menschen. Alles war einfach und irgendwie lustig. An diesem Zustand sollte sich nie wieder etwas ändern, hast du dir geschworen.

Doch dann passiert etwas. Du erinnerst dich genau an den Tag und die Stunde, an dem sich etwas verändert hat. “Ich krieg das hin“, denkst du noch. “Ich weiß ja, wie das geht“, bist du dir sicher. “Nur einmal, und dann lass ich das wieder.“

Irgendwann merkst du, dass aus dem einen Mal viele Male geworden sind. Du nimmst dir fest vor, den Rückzug anzutreten. Morgen. Spätestens nächste Woche. Deine innere Stimme legt dir nahe, die Flucht zu ergreifen.
Die Flucht wohin? Und warum eigentlich?

Du fühlst dich, als hättest du eine Amnesie. Du erinnerst dich einfach nicht mehr daran, was du dir selbst versprochen hast. Deine Mauer fällt Stück für Stück zusammen, und du stehst nur ratlos daneben.
Du suchst nach Gründen, warum eine Flucht notwendig wäre, und Du findest auch genug, um eigentlich den ganzen Planeten zu verlassen. Aber du kannst nicht. Dieses Mal bist du unfähig, wegzulaufen, obwohl dir bewusst ist, dass auch diese Zeit begrenzt ist.

OBWOHL ES UNERLAUBT IST…

Alles begann, als unsere Hände sich berührten.
Vielleicht hat es auch schon früher angefangen.
Vor vielen Monaten, an dem Tag, an dem wir uns zum ersten Mal “Hallo“ sagten.
Da waren Worte, Scherze, zufällige Berührungen.
Hände, die sich irgendwann gegenseitig suchten.
Obwohl es unerlaubt war…

Ich will dir so viel sagen,
Doch wenn du vor mir stehst, ist alles nicht mehr wichtig.
Du bist da, und das ist, was zählt.
Obwohl es unerlaubt ist…

Wir versuchen, unsere Momente festzuhalten.
Beschwören die Zeit, stillzustehen.
Doch das tut sie nicht.
Du sprichst von diesem Schmerz, den ich zu gut kenne.
Jedes Mal, wenn du gehst.
Oder wenn ich gehe.
Wenn ich an Orten bin, an denen wir zusammen waren, spüre ich dich.
Das Gefühl, etwas Lebensnotwendiges zu verlieren, nimmt mir den Atem.
Obwohl es unerlaubt ist…

Manchmal entsteht das Bedürfnis, etwas zu treten oder zu schlagen.
Sind dieses Etwas jene Wände und Mauern, die zwischen uns stehen?
Die verhindern, dass wir sein können, was wir wollen.
Was wollen wir?

Oft sag ich dir, dass es vergeht, dieses Jetzt.
Schließlich ist das wissenschaftlich erwiesen.
Doch was, wenn es bleibt?
Was, wenn wir uns in einem Jahr in die Augen schauen, und nichts hat sich verändert?
Wie lange kann man das aushalten?
Und warum passiert uns das?

Obwohl es unerlaubt ist, weiß ich, wofür ich mich entscheiden werde…

DER REIZ DES NEUEN

Noch dreieinhalb Tage – dann ist es da, das neue Jahr. Nicht nur das. Wir beginnen einen neuen Tag, eine neue Woche, einen neuen Monat. Und das alles in einem winzigen Moment. Wenn das mal kein gutes Zeichen für einen kompletten Neuanfang ist.

Neue Dinge sind toll. Neue Dinge werden sehnlichst erwartet. Doch die meisten von euch haben sicher schon herausgefunden, dass viele neue Sachen schon uninteressant sind, noch ehe sie in euerm Zuhause angekommen sind. Gut, so ein Jahreswechsel passiert. Da kannste nix machen. Wir neigen dazu, viele und hohe Erwartungen an so ein Datum zu knüpfen und sind dann spätestens Mitte Februar total enttäuscht, dass doch alles im gewohnten Trott läuft.
Wie können wir solche Enttäuschungen verhindern?
Indem wir nach der Silvesterparty schlafen gehen und nach dem Aufwachen wie gewohnt weitermachen. Stresst euch nicht mit guten Vorsätzen. Die meisten bleiben eh nur Worte auf einem Blatt Papier, das man an Ostern zufällig findet und denkt: ‚Ach ja, da war ja was‘.

Doch nicht nur die Änderung der Jahreszahl hat etwas Reizvolles. Besonders Frauen kennen das Gefühl, dass genau diese neuen Schuhe im Schaufenster die sind, die man schon sein Leben lang gesucht hat. Die MUSS man haben.
Bei Männern sind das vielleicht Autos, Werkzeuge oder die Frau des besten Kumpels? Keine Ahnung. Jungs, was versetzt euch in Das-brauche-ich-in-neu-Stimmung?

Ich finde, das Gemeine an neuen Dingen oder auch an neuen Menschen (damit meine ich keine frischen Babys, sondern Leute, die deinen Weg zum ersten Mal kreuzen) ist, dass nur ein Bruchteil es schafft, länger im eigenen Leben zu bleiben.
Du siehst etwas, findest es toll, nimmst es mit nach Hause und vergisst es.
Du triffst auf jemanden, denkst ‚Wow‘, lernst ihn/sie kennen und magst diese Person nicht mehr. Ist blöd, kommt aber vor.

Also Leute, genießt die letzten Tages des alten, gewohnten Jahres, habt einen Jahreswechsel, wie ihr ihn euch wünscht und hört auf euer Bauchgefühl, wenn euch etwas Neues begegnet…

ABER ICH MÖCHTE DOCH NUR…

Man kennt sie, diese aufdringlichen Menschen, die sich in dein Leben drängen, alles von dir wissen wollen, am besten einen ausführlichen Ablauf deines Tages erhalten wollen. Sie möchten dein Denken kontrollieren, jeden deiner Schritte. Sie wollen wissen, mit wem du dich triffst, wer dich zu Hause besucht. Sie können es nicht verstehen, dass du ein eigenständiges Leben führst und reagieren mit Eifersucht, die schnell in Bösartigkeit ausartet.
Anfangs versuchst du noch, diese Situationen in Gesprächen oder per digitaler Nachricht zu klären. Machst deutlich, dass es niemals zu dem kommen wird, was dieser Mensch sich vorstellt. „Ich stalke dich trotzdem weiter auf Facebook“ ist nicht die Antwort, die du hören wolltest.

Eine Weile ist Ruhe. Er ist stiller Beobachter. Du wiegst dich in Sicherheit. Bis du eines Tages wieder Nachrichten bekommst, die dich bedrängen, die dir deutlich machen sollen, dass du selbst Schuld bist, wenn du im Kopf eines Menschen wohnst, an den du selbst gar keinen Gedanken verschwendest. Du sollst Fragen über dein Privatleben beantworten, die du natürlich ignorierst. Du bekommst Einladungen, die du nicht annimmst.
Was tun?
Erstmal in sämtlichen sozialen Medien blockieren, in denen du dich so tummelst. Bevor du auch Anrufe, SMS, WhatsApp blockierst, schreibe in Großbuchstaben LASS MICH IN RUHE! Vielleicht kommen ja kurze eindeutige Aufforderungen an. Und dann kann man eigentlich nur hoffen, dass man dieser Person nicht irgendwo zufällig in die Arme läuft.

Anders ist es, wenn so jemand direkt neben dir wohnt. Da nützt kein Blockieren. Du musst achtsam sein, mit wem du wie redest. Normale Freundlichkeit wird so schnell falsch verstanden.
Sätze wie „Ich hab Sie gegoogelt“ sollten dich in einen Warnmodus versetzen. Denkst du dir nichts dabei, musst du mit den Folgen leben.

Musst du?

Ist es wirklich notwendig, dass du deine Wohnung weder betreten noch verlassen kannst, ohne dass diese Person vor dir steht und dich in ein Gespräch verwickelt?
Ist es notwendig, dass du die Treppenreinigung nicht mehr durchführen kannst, ohne dass dieser Mensch dir im Weg steht und dich vollquatscht?
Ist es notwendig, dass du es ertragen musst, dass sich dir dieser Mensch buchstäblich an den Hals wirft?
Ist es notwendig, dass du ohne Vorwarnung geküsst wirst?
Ist es notwendig, dass du vom Fenster aus beobachtet wirst?
Ist es notwendig, dass du angefleht wirst, der Ehefrau dieses Menschen nichts zu erzählen und du dich wegen etwas schuldig fühlst, wofür du gar nichts kannst?

NEIN!

Geduld ist nicht grenzenlos. Ignorieren und Vermeiden von Begegnungen brachten nichts. Du handelst. Du machst ihm unmissverständlich klar, dass er Grenzen überschritten hat. Du drohst ihm mit einer Anzeige und einem Gespräch mit seiner Frau.

Welch ein Wunder – es scheint zu wirken. Ein paar Wochen jedenfalls. Da hörst du Geräusche an deiner Wohnungstür. Du schaust durch den Spion und siehst, wie er vor deiner Wohnungstür hockt.
Als das am nächsten Tag wieder passiert, reißt du die Tür auf und fragst ihn, ob das jetzt seine neue Gewohnheit ist.

In diesem Fall – bevor noch irgendjemand zu Schaden kommt (und das wirst mit Sicherheit nicht du sein) – hilft nur eines: ein Wohnungswechsel weit weg von der Straße, in der du dich bis vor zwei Jahren noch ganz wohl gefühlt hast…

LASST UNS FROH UND FRIEDLICH SEIN…

Morgen beginnt der letzte Monat des Jahres 2017.

Endzeitstimmung?

Nein. Die kommt erst nach den Weihnachtsfeiertagen auf. Erstmal stehen Versöhnung, Hilfsbereitschaft, Freundlichkeit und Liebe auf dem Plan. Ich muss zugeben, das fällt nicht schwer, wenn man all die Lichter in den Fenstern sieht, Weihnachtsfilme schaut und Christmas Songs hört. Da wird einem schon warm ums Herz, und man möchte von dieser Wärme anderen Menschen etwas abgeben. Selbst, wenn man sich das Jahr über einen feuchten Kehricht um sie schert.

Ich weiß nicht, ob das richtig oder falsch ist. Eigentlich denke ich, wenn mir jemand sonst auch egal ist, muss ich in der Adventszeit nicht anfangen, rumzuschleimen. Genau das brauche ich auch nicht. Wer sich während der ersten elf Monate nicht für mich interessiert, muss auch es im letzten nicht.

Aber gut. Jeder, wie er es gern möchte.

Dennoch kommt in diesen Tagen eine Art Besinnlichkeit auf. (Ich unterstelle mal, dass es bei euch ähnlich ist?)
Wir werden zahmer, manch einer auch nachdenklich. Wir erinnern uns an die vergangenen Advents- und Weihnachtszeiten und wollen, dass es wird wie in unserer Kindheit. Damals als Weihnachten noch einen Zauber inne hatte, der mit den Jahren irgendwie verschwunden ist.

Wir wollen perfekte Weihnachten. Alles muss stimmen. Angefangen von der Dekoration, dem Essen, den Geschenken, der Stimmung.

Hier sehe ich einen Denkfehler, von dem auch ich mich nicht freispreche. Warum setzen wir uns jedes Jahr unter Druck? Warum ein Zeitplan, der konsequent eingehalten werden muss? Warum nicht locker lassen und die ruhige Zeit (die es sein sollte) genießen. Mit den Menschen, die einem wirklich am Herzen liegen.

In jedem Weihnachtsfest finden wir die Geister der vergangenen Jahre. Wir halten an den Traditionen fest, die wir als Kinder kennengelernt haben. Und genau das ist die Magie. Setzt euch zusammen und erinnert euch daran, wie es damals war. Erzählt euch von euren schönsten Weihnachtsfesten. Lacht über ungeschickte Pannen. Man muss nicht nur besinnlich sein. Am Ende erinnern wir uns nicht an Geschenke, die irgendwann mal unter dem Baum lagen, sondern an Momente, in denen wir Glück und Zufriedenheit empfunden haben.

In diesem Sinne wünsche ich euch allen eine schöne Adventszeit.

NIE MEHR WIEDER DU

Wir hatten Pläne.
Eigentlich hätte ich immer zweifeln müssen. Du meintest immer demnächst oder irgendwann.
„Ich möchte mit dir im Arm einschlafen. Und am nächsten Morgen mit dir aufwachen.“ Das waren deine Worte. Immer und immer wieder.
„Ich denke sehr oft an dich“, meintest du. „Du bist in Gedanken bei mir.“
Jahre vergingen, in denen immer wieder die gleichen Sätze kamen. Ich hab dir geglaubt. Hab darauf vertraut, dass wir unsere Wünsche und Träume eines Tages realisieren können.
Auch als wir uns wiedergesehen haben, habe ich alles geglaubt. Jedes Wort von dir. Jeden Blick. Jede Berührung, Umarmung. Jeden Kuss.
Und nun?
Du meinst auf einmal, wir hätten uns was vorgemacht.
Ich fragte dich, ob alles in den letzten Jahren eine Lüge war.
Du antwortetest mit Ja.

Eine Woche ist seitdem vergangen. Jeden Tag wartete ich darauf, dass ich zusammenbreche. Losheule…
Nichts passiert.
Es lässt mich so kalt, dass ich mich selbst nicht verstehe.
Du hast etwas in mir getötet. Nichts, was ich zum Weiterleben brauche. Irgendetwas Unwichtiges wahrscheinlich. Nennen wir es Pflicht. Du hast mir die Verpflichtung genommen, dich zu lieben. Das fühlt sich gut an. Ich bin frei. Endlich. Frei von Sehnsucht nach dir. Frei von Vermissen. Frei von der Verpflichtung, bei dir etwas gutzumachen, wovon ich in der Vergangenheit glaubte, verbockt zu haben. Noch vor kurzem dachte ich, ich hätte dir damals sehr wehgetan mit meiner Entscheidung.
Blödsinn, weiß ich heute. Es gehören immer zwei dazu. Egal, wie alt man ist. Du hast nie wirklich um mich gekämpft. Es war immer nur das Strohfeuer, wenn du mich sahst oder mich hörtest. Gekämpft hast du nie. Und ich, Trottel, hatte die ganzen Jahre ein schlechtes Gewissen.
Auch das hast du mir genommen, das schlechte Gewissen.
Wünsche ich dir etwas für die Zukunft?
Nein. Warum sollte ich? Jemand, der so perfekt lügen kann, hat alles, was er braucht.

DIE FALSCHE PERSON

Woran liegt es eigentlich, dass man ständig über die gleichen Themen stolpert, obwohl man doch gar nichts (momentan jedenfalls, rein praktisch) damit zu hat?

Es geht mal wieder um das leidige Thema Liebe.

Okay, es gibt Leute, die halten Liebe für das schönste Thema der Welt.
Mag ja sein.
Manchmal.
Unter Umständen.
Unter bestimmten Voraussetzungen.

Mir passiert das nicht. Hab mich impfen lassen. Haha…

Nee, im Ernst. Du denkst an nichts Böses. Peng! Irgendwas erinnert dich daran, dass es so kleine, dumme Gefühle gibt, die dich an einen bestimmten Menschen denken lassen. Kommt vor. Kennt jeder. Ist nicht weiter wild. Wenn es sich nicht ständig wiederholt. Hält so was länger als – sagen wir mal – ähm… vier Wochen an, hast du eventuell ein Problem.

Menschen sind ja mitunter so lustige Wesen, die verlieben sich schon mal in die falsche Person. Wobei “falsch“ nun auch eine Interpretationssache ist. Wer entscheidet, ob eine Person die falsche ist? Gut, wenn man sich permanent und ausschließlich in Massenmörder verliebt oder ähnliche fragwürdige Lebewesen, ist das schon mehr als merkwürdig, und man sollte der Sache mal auf den Grund gehen, warum es immer die Massenmörder sind. Aber die schließe ich mal aus.

Mir geht es – wie immer – um ganz normale, mehr oder weniger langweilige Menschen. Wie du und ich, sozusagen.

Was also ist die “falsche Person“?

Für alle Moralapostel: Finger weg von Leuten in Partnerschaften!

Ja ja. Blabla… WARUM??

Und wie sieht es andersrum aus? Du bist in einer Partnerschaft und verliebst dich in jemand anderen? Das passiert.

Ich finde es immer schwierig, wenn jemand sagt, er/sie habe sich in einen Account verliebt. Das geht. Ja, sicher. Hatte ich auch schon. Das geht aber auch schnell wieder vorbei. Nämlich dann, wenn du dir bewusst machst, dass du nicht den Menschen hinter diesem Account liebst, sondern das Bild, das du dir von ihm/ihr gemacht hast.

Auch wenn es kein Fake ist – solange man die Stimme nicht selbst gehört hat, solange man nicht in die Augen desjenigen geschaut hat, solange darf man dem Gefühl, verliebt zu sein, nicht trauen. Ich nenne solche Gefühle inzwischen die “Sehnsucht nach dem richtigen Verliebtsein“.

(Nochmal zur Erinnerung: Ich bin kein Experte. Ich könnte auch total daneben liegen. Ist alles nur meine Meinung.)

Punkte Telefonieren und Treffen abgehakt. Die Gefühle sind immer noch da.

Glückwunsch.

Oder doch nicht. Wir haben ja heute das Thema “falsche Person“.

Wann also ist es die falsche Person?

Ehrlich? Ich weiß es nicht.

Vielleicht sind die Umstände ungünstig. Oder das Timing ist Scheiße. Aber wie, um alles in der Welt, kann man seinem Herzen unterstellen, dass es sich irrt?? Das würde bedeuten, dass man sich selber nicht mehr trauen kann. Und wen kann man denn so richtig trauen, wenn nicht sich selbst?

Gehen wir mal davon aus, es gibt keine falschen Personen, sondern nur bescheuerte Umstände. Gehen wir weiter davon aus, man will dieses Gefühl wieder loswerden. Wie macht man das?

Ich wünschte, ich hätte die Antwort, die jedem in so einer Situation hilft. Ich wünschte es wirklich. Aber ich hab sie nicht, die Antwort. Ich kann nur sagen, was mir persönlich fast immer geholfen hat: die direkte Konfrontation mit dem Menschen. Nicht per Nachrichten. Nicht per Telefon. Direkt. Von Angesicht zu Angesicht. Und dann nicht um den heißen Brei reden, sondern konkret über das reden, was da gerade passiert.
Meistens erkennt man nach solchen Gesprächen, dass man sich ver-verliebt hat. Sprich, dass die Gefühle aus welchen Gründen auch immer aus dem Ruder gelaufen sind. Dass man gedanklich einfach mal aus seinem Alltag fliehen wollte. Träumen ist eben schöner, wenn man jemanden hat, den man in seine Träume mitnimmt.
Vielleicht kann man das klären in einem Gespräch. Vielleicht kann man später sogar darüber lachen und hat eine(n) Freund(in) gewonnen.

Sollte sich nach so einem Gespräch wider Erwarten doch nichts ändern, weiß ich es auch nicht. Dann ist es vielleicht an der Zeit für eine Inventur in seinem Leben. Antworten finden auf das “Wie geht es weiter? Was will ich? Was will ich nicht? Bin ich zufrieden? Oder möchte ich mehr?“

Meinungen zu diesem Thema gerne per Kommentar oder Mail.

ABSCHIEDE

In meinem Leben sind zu viele Menschen einfach verschwunden, ohne Abschied. Von heute auf morgen.
Sei es, dass sie einfach so gestorben sind oder sich einfach nicht mehr bei mir gemeldet haben.
Oder ich musste den Kontakt abbrechen, weil es mir einfach nur noch weh getan hat.
Ich überlege, ob das der Grund ist, warum ich niemanden so richtig an mich ran lasse. Warum ich niemanden gestatte, sich innerhalb meiner Mauern aufzuhalten. Weil sie eh nicht bleiben?
Ich denke, es würde sich nichts ändern, wenn Menschen MIT „Auf Wiedersehen“ sagen, gehen würde. Ich würde es eh nicht akzeptieren wollen. Warum kann ich nicht loslassen? Warum kann ich nicht sagen: Schön, dass wir einen Teil des Weges gemeinsam gegangen sind, mach’s gut? Warum schmerzt mich jeder Abschied so sehr, dass ich den Eindruck habe, mir wird ein Teil meines Körpers abgerissen? Auch bei Menschen, die mir nicht gut tun und die ich nicht mag. Was stimmt nicht mit mir, dass ich nicht einfach sagen kann: So what, wer nicht will, der hat schon…?

ALLTÄGLICHES

Manchmal empfindet man diesen ganzen Alltagskram als langweilig und stumpfsinnig. Jeden Tag das Gleiche tun. Dieselben Handgriffe, dieselben Erledigungen. Wer hat sich noch nicht gefragt, wozu das alles gut ist?

Naja. Ich gebe zu, mir geht das manchmal auch auf den Keks. Und dann frage ich mich nach Alternativen.
Was wäre, wenn ich morgens nicht aufstehen dürfte? Ja, ich sage „dürfte“.

Vermutlich wären meine Beine nicht in der Lage, mich zu tragen. Oder Schlimmeres.

Was, wenn ich nicht aufräumen könnte? Wenn ich keine Wohnung hätte, die aufräumen kann?

Wenn ich mich beim Einkauf nicht ärgern würde?

Wenn ich nicht kochen könnte?

Wenn ich keine Wäsche waschen müsste?

Das wäre jämmerlich. All diese alltäglichen Dinge zeigen uns, dass wir am Leben sind und in der Lage, etwas selbst zu tun. Es gibt sicher eine Menge Menschen auf der Welt, die sich wünschen, selbst das Geschirr abwaschen zu können oder ein Telefonat zu führen.

Wir sollten ab und an mal dankbar sein, dass wir solche Sachen selbst tun können.

BÖSE GEDANKEN

„Sich selbst zu ärgern, macht Spaß. Andere zu ärgern, macht glücklich.“
(Li Tai Po)

Manchmal mag ich ja diese ganz bösen Sprüche. Keine Ahnung, warum. Ich denke, jeder von uns hat diese „dunkle“ Seite. Die anderen Leuten manchmal die Pest an den Hals wünscht. Oder eine Hauptrolle im nächsten „Saw“-Movie. Oder wenigstens eine Reise zum Mond (ohne Rückflug). Ich schließe mich da nicht aus. (Nun schaut mal nicht so überrascht. Ich bin auch nur ein Mensch.)

Denken und Handeln sind jedoch zwei unterschiedliche Dinge. Das wissen wir als Erwachsene. Also wir sollten es wissen. Und trotzdem geht es manchmal mit uns durch.

Wir schmieden die finstersten Rachepläne. (Und setzen sie doch nicht um.) Aber die Vorstellung von Rache ist manchmal ganz hilfreich. In Gedanken bestrafen wir den, der uns wehgetan hat. Und in diesen Gedanken verraucht die Wut (im optimalen Fall).

Fazit: Ich seh das nicht so eng, wenn man böse denkt, solange die Gedanken den Kopf nicht verlassen.

PAUSEN

“Die Kunst des Ausruhens ist ein Teil der Kunst des Arbeitens.“
(John Steinbeck)

Pausen gehören zum Leben. Sie sind notwendig für unsere Gesundheit.

Das scheinen viele Menschen vergessen zu haben. Sie jagen durch den Tag, als gäbe es kein Morgen. Ja, die Zeit ist schnell geworden. Das ist richtig. Aber dieses rasante Tempo macht auch krank. Habt Ihr früher den Begriff „Burn out“ gekannt? Oder „ADHS“?

Ich denke, das sind alles Folgen der Lebensgeschwindigkeit. Man muss etwas schaffen, um erfolgreich zu werden. Man muss natürlich mehr schaffen als andere, weil man ja befördert werden möchte. Oder einfach, weil man seinen Job behalten möchte. Überstunden, die nicht bezahlt werden. Urlaub, der unterbrochen werden muss. All das ist Normalität geworden.

Was ist mit den Familien, die immer zurückstecken müssen?

Was ist mit Freunden, sofern man überhaupt noch welche hat?

Was ist mit einem selbst?

Bleibt nicht alles irgendwie auf der Strecke?

Der Mensch sollte sich zwingen, genauso Pausen einzuhalten, wie Arbeitszeiten. Momente, in denen er nichts anderen tun sollte als sich zu „erden“. Zu sich zu kommen. Nachzudenken, ob die Richtung, die er gerade geht, die ist, die er sich als junger Mensch erträumt hat.

Leute, macht mal eine Pause! Lauft einfach mal langsam und mit offenen Augen durch die Gegend und seht, was um Euch rum passiert. Und damit meine ich nicht die Menschen, die von A nach B hetzen.

DU

Ich wüsste gern, was du jetzt gerade machst. Denkst du gerade an mich und fragst dich, wann wir uns endlich über den Weg laufen?

Oder geht es dir wie mir und du sagst dir, dass du überhaupt nicht auf der Suche bist? Dass du dir selbst genügst und ganz zufrieden bist.

Ja okay, das mit dem Zufrieden ist ein bisschen geflunkert. Manchmal jedenfalls.
Auf alle Fälle steht fest, dass wir irgendwann zusammen sind.

Irgendwann. Wann ist das? Manchmal denke ich, ich halte das Warten auf dich nicht mehr aus. Ich kenne dich zwar noch nicht, aber ich sehne mich nach dir. Kannst du dich beeilen, mit dem Mich-Finden?

Wie erkenne ich dich?

Ich wette, ich werde es in deinen Augen sehen. Du hast die schönsten Augen der Welt. Augen, die bis in meine Seele schauen können. Deine Blicke werden mich wärmen, und meine Liebe wird dich wärmen. Ich vermisse dich…

AM ENDE DES TAGES

… wenn du zur Ruhe kommen solltest, fühlst du Rastlosigkeit. Du spürst die Einsamkeit, obwohl du nicht allein bist und fragst du dich, ob deine Entscheidungen nicht doch nur Sturheit waren.

Du sehnst du dich nach Armen, die dich halten. Stellst dir vor, wie es wäre, wenn da jemand wäre, der deine Küsse erwidert. Jemand, der dich anlächelt und dir das Gefühl gibt, dass alles gut ist. Jemand, der dein Zuhause ist.

Du fragst dich, ob es irgendwann den Menschen gibt, bei dem du fühlst, dass er DICH liebt und du nicht nur seine Leere füllst.

Doch am Ende des Tages bist du nur wieder einsam…

MANCHMAL WEISS ICH NICHT…

… ob meine Mitmenschen es ernst meinen oder mich veralbern.

„Du hörst jetzt schon Musik?“

Ähm… Nun ja. Ich bin eben eine Rebellin.

Echt jetzt – gibt es da eine bestimmte Uhrzeit, an wann man ungestraft Musik hören darf? So wie beim Alkohol? Kein Prozentiges vor 17 Uhr? (Ist das die richtige Uhrzeit für Alkohol? Nicht mal das weiß ich.)

Wie hab ich nur so lange überlebt, ohne die Regeln zu kennen?

ABSCHIEDSSTIMMUNG

Weihnachten 2016 ist rein kalendarisch Geschichte. Im Fernsehen laufen Rückblicksendungen und Sendungen, in denen der verstorbenen Stars dieses Jahres gedacht wird. Ja, es waren viele, die gegangen sind. Zu viele.

Wie immer um diese Zeit macht sich in mir eine Art Wehmut breit. Ich hasse Abschiede jeder Art, und Silvester gehört nicht wirklich zu meinen Lieblingstagen. An jedem Punkt des Jahres ist ein Haken. Nichts wird wieder so sein wie es war. Es ist unwiederbringlich vorbei. Plötzlich heißt es nicht: “Vor ein paar Wochen war ich in ***“, sondern “Im letzten Jahr war ich in ***“.

Die Zeit rennt, und je älter wir werden, desto schneller tut sie das. Warum ist das eigentlich so? Als wir Kinder waren, dauerte die eine Woche bis zum Geburtstag gefühlte elf Monate. Heute dauern elf Monate gefühlte drei Wochen.

In drei Tagen und ca vier Stunden ist es also vorbei, dieses 2016, von dem viele Menschen behaupten, dass es grausam war. Ich persönlich denke, jedes Jahr hat(te) seine Grausamkeiten. Wir kriegen heute nur mehr (zu viel?) mit.

Kurz vor der Jahreswende habe ich regelmäßig den Wunsch, die Zeit anzuhalten, Augenblicke einzufrieren. Ich weiß nicht, ob Ihr das verstehen könnt. Ich kann auch gar nicht erklären, warum das so ist. Ich wünsche mir vielleicht einfach nur, dass nichts zu Ende geht.

Aber wie das so ist – was ich möchte, interessiert nicht. Am Sonnabend werde ich um Mitternacht das Feuerwerk anschauen und an die denken, die mir lieb sind. Und dann werde ich mich auf 2017 freuen. Auf alles, was kommt. In diesem Jahr habe ich gelernt, dass ich nicht alles und jeden verstehen muss. Ich hab ’ne Menge über Menschen und noch mehr über mich gelernt. Ich werde Zeit mit anderen verbringen und genießen und diejenigen ohne Traurigkeit gehen lassen, die meinen Weg nicht mehr kreuzen möchten.

Falls wir uns in diesem Jahr nicht mehr lesen – ich wünsche euch allen einen fröhlichen Übergang ins neue Jahr und für 2017 Gesundheit, Glück und Freude.

MORGEN KOMMT DER WEIHNACHTSMANN…

So steht es jedenfalls in allen Kalendern. Doch der Weihnachtsmann ist verschwunden. Keiner seiner Helfer hat ihn seit Tagen gesehen. Die Rentiere in ihren Ställen scharren ungeduldig mit den Hufen. Sonst war Santa, wie sie ihn am Nordpol nennen, um diese Zeit immer schon da und kontrollierte die Ladungen der Schlitten. Heute stehen die Geschenke für die Menschen in aller Welt noch in der riesigen Lagerhalle.

“Wo ist er nur?“ Die Elfen laufen aufgeregt hin und her.

“Das Weihnachtsfest ohne Geschenke? Wie soll das gehen?“

Der kleine Timmi, der noch ganz neu am Nordpol ist, meint: “Das geht ganz gut. Ihr überschätzt das mit den Geschenken. Die sollte es, wenn es denn sein muss, erst nach Weihnachten geben.“

“Ach ja, Neuling?“, fragt der Sekretär des Weihnachtsmannes. “Warum das denn?“

Timmi lehnt sich auf seinem Stuhl zurück, schlägt die Beine übereinander und zupft einen imaginären Fussel von seiner grünen Jacke. “Weil jeder mit seinen neuen Spielzeugen beschäftigt ist.“

“Und das ist falsch?“

“Nee, nicht unbedingt. Aber würde es die Geschenke erst am Abend des zweiten Feiertages geben, würden sich die Menschen mit sich selbst beschäftigen. Sie könnten sich zuhören, zusammen spielen, durch den Schnee wandern…“

“Es gibt nicht überall weiße Weihnacht“, wirft die nervöse Elfe Cleo ein.

Timmi winkt ab. “Dann wandern sie eben ohne Schnee. Das kann man auch.“

Der Weihnachtsmann-Sekretär, dessen Name Josh lautet, streicht nachdenklich über seinen weißen Bart. “Das klingt einleuchtend, doch wir dürfen nicht einfach so die Weihnachtsgesetze brechen. Denk nur an die vielen Kinder, die morgen Abend vor ihrem geschmückten Baum sitzen und auf Santa warten. Und an die anderen Kinder, die übermorgen in der Frühe aus ihren Betten springen und kein einziges Geschenk finden. Das gäbe nur Verwirrung.“

“Das wäre mal ’ne ganz neue Art der Verwirrung“, schmunzelt Timmi. “Ich kann schon die Schlagzeilen weltweit sehen:

WEIHNACHTSMANN VERSCHWUNDEN, DIE WELT OHNE GESCHENKE

Ha, das ist mal was anderes als das, was gerade überall abgeht: Terror, Morde, Entführungen, Kriege…“

“Timmi, du bist noch zu jung. Du verstehst noch nicht, wie das läuft.“

“Ich verstehe, dass Menschen sich gegenseitig töten. Das ist ungerecht und dumm. Wir sollten das mit den Geschenken ganz sein lassen. Warum sollen die Menschen belohnt werden?“

“Es sind ja nicht alle so.“

“Stimmt. Die einen tun es, andere verbreiten Panik, wieder andere sehen weg…“ Timmi springt von seinem Stuhl auf. “Santa hat das alles durchschaut und ist wahrscheinlich deswegen abgehauen. Schlauer Boss.“

Josh schüttelt vehement den Kopf. “Das meinst du nicht ernst! Santa ist keiner, der wegsieht.“

“Aber er macht auch nichts. Zieht jedes Jahr sein Programm durch.“

“Macht es die Welt besser, wenn wir aufhören, Geschenke zu verteilen? Jedes Geschenk ist doch eine Freude, Timmi. Du hast noch nie das Leuchten in Kinderaugen gesehen. Das Lachen über lustige Gaben. Die Freudentränen, wenn sich ein Herzenswunsch erfüllt. Ohne solche Geschenke wären die Menschen vielleicht noch… anders eben. Die meisten wissen noch, was Freude heißt. Und gerade die so genannten bösen Leute brauchen Freude, das Gefühl, das jemand sie mag. Nur durch liebevolles Verhalten kann Bösartigkeit verschwinden.“

Timmi, der jetzt kleinlaut auf seine Schuhe blickt, murmelt: “Tja, kann schon sein. So hab ich das noch gar nicht gesehen.“

Ein lautes Krachen lässt alle in der Werkstatt zusammenzucken.
“Was ist los? Warum sind die Schlitten noch nicht beladen? Morgen ist Heiligabend. Wir haben viel zu tun!“

Nach einer Minute Schweigen flattert Cleo aufgeregt mit ihren Elfenflügelchen. “Der Weihnachtsmann ist wieder da. Hurra!“

“Wo warst du, Santa?“, fragt Josh.

“Oh, ich musste Fritzi beim Suchen seiner Nase helfen.“

“Wer ist Fritzi?“

“Das ist ein kleiner Schneemannjunge, der ganz verzweifelt war, weil er beim Spielen seine Nase verloren hat. Aber das ist eine andere Geschichte.“

Der Weihnachtsmann lacht in die Runde. “Hohoho, jetzt aber flink. Morgen gibt es fröhliche Weihnachten. Wer begleitet mich in diesem Jahr?“

Josh nimmt den kleinen Timmi an die Hand und schiebt ihn zu Santa. “Er wird dich begleiten. Timmi ist ein schlaues Kerlchen, das aber noch eine Menge lernen muss.“

“Na dann, Timmi, an die Arbeit. Die Menschen brauchen etwas Freude.“

Fröhliche Weihnachten meiner Familie, Freunden, Lesern und allen, die diese kleine Geschichte vor die Augen fällt.

P.S. Timmi liebt Gummibärchen. Wenn Ihr also ein paar auf euer Fensterbrett oder vor den Kamin stellen würdet, hätte der kleine Neuling seine Freude.

TABU-WÖRTER

Irgendwann und irgendwo habe ich mal gelesen, dass Wörter wie “nein“ und “nicht“ das Unterbewusstsein negativ beeinflussen.
Stell dir vor, jemand sagt zu dir:
“Nein, fass das nicht an.“
“Ich brauche die Hilfe nicht.“
“Ich will das nicht.“
“Brich dir nicht den Hals.“
Da machst du doch gedanklich zwei Schritte rückwärts, hebst abwehrend deine Hände und denkst: “Ist ja schon gut.“ Auch wenn es vielleicht gar nicht so krass gemeint war.

Gelesen hab ich auch, dass unser Gehirn ein “nicht“ nicht versteht. Und genau das haben wir hier zu Hause bestätigt bekommen. Wenn Tochter zur Arbeit fährt, sagte ich früher: “Tu Dir nicht weh.“
Nach Hause kam sie dann mit einem blauen Fleck oder einem Kratzer oder einem verzerrten Muskel… (sie arbeitet in der Pflege)
“Hab ich dir nicht gesagt, du sollst dir nicht weh tun?“
“Du hast NICHT gesagt.“
Nach ein paar Wochen änderte ich meinen Satz in “Bleib heil.“
Sie kommt zwar immer noch hin und wieder mit kleinen Verletzungen nach Hause – das bleibt in diesem Beruf nicht aus -, aber im Grunde wirkt es. Versucht das mal.

“Ich sollte nicht mehr rauchen.“
Dieser Satz ist genauso hilfreich, wie ein Sprung von einem Zehngeschösser. Du suggerierst deinem Hirn ohne Ende “Rauchen“. Entweder steckst du dir eine an oder du wirst unausstehlich.
“Zigaretten sind Scheiße!“ hilft da schon mehr.

“Ich kann dich morgen nicht treffen“ klingt härter als “Leider hab ich morgen schon etwas vor“.

Natürlich ist es schwer, die gewohnte Ausdrucksweise zu ändern, besonders in mündlichen Gesprächen. Es lohnt sich auch nicht bei allen Mitmenschen. Manchen hilft nur ein “Lass dich nicht vom Bus überfahren“ und ein zuckersüßes Lächeln (sowie der heimliche Wunsch ans Universum, das “nicht“ überhört zu haben).

Weil wir gerade bei Tabu-Wörtern sind. Kennt Ihr Leute, deren Sätze immer mit “Ich“ beginnen?
“ICH hab Hunger.“
“ICH hab das und das gemacht.“
“ICH hab gewartet.“
“ICH hab nix abgekriegt.“
“ICH will doch…“
Also ICH schalte nach dem fünften Satz ab. Reise mental an schöne und vor allem stille Orte, an denen niemand redet.
Bei einem Selbstversuch (schriftlich) probierte ich mal, einen ganzen Tag ohne “Ich“, “Mir“ und “Mich“ auszukommen. Das ist verdammt schwer. Es sei denn, man beschreibt eine Vase oder so. Dann geht’s.

Doch im Ernst, viele Menschen beschweren sich, dass einige sich weigern, mit ihnen zu reden. In 80 % dieser Fälle liegt es an dieser Art von Selbstaussagen. Was willst du antworten auf oben genannte Beispiele?
Kommunikation ist eine schwere Sache. Heute mehr denn je. Du weißt manchmal nicht, ob eine Aussage ernst gemeint ist oder nur ein ach-wie-lustiger Scherz. Du möchtest höflich bleiben, bekommst in einem Gespräch (DIALOG!) aber selten die Möglichkeit dazu. Das Gute: du bekommst auch keine Gelegenheit, unhöflich zu werden.

In diesem Sinne wünsche ich euch gute Gespräche.

TRADITIONEN

Gerade jetzt in der Vorweihnachtszeit fällt mir auf, dass wir (wie das bei euch ist, weiß ich nicht) verstärkt an Traditionen festhalten.

“Weihnachten haben wir schon immer so gefeiert, und das bleibt auch so.“

Das hat nichts mit zwanghaftem Verhalten zu tun, sondern mit dem Gefühl, das wir damals als Kinder hatten. Als wir uns um nichts kümmern mussten, nur das Lachen und die staunenden Augen zum Fest beizusteuern hatten. Und das war leicht, oder?

Am Heiligabend kam der Weihnachtsmann. In manchen Jahren hatten wir ihn auch verpasst, und die Geschenke lagen plötzlich unterm Weihnachtsbaum. Das war für uns Kinder Magie.

Selbst als wir alt genug waren (VORSICHT SPOILER!) und wussten, dass es keinen Weihnachtsmann gibt, hatte das Fest und die Wochen davor, etwas Behagliches. Es war die Vorfreude, an diesem Abend Geschenke zu verteilen und selbst auszupacken.

Mit dem 1. Advent begann bei uns früher (als ich Kind war) diese zauberhafte Zeit. Die Wohnung war dekoriert mit goldenen und silbernen Kugeln. Kleine Weihnachts- und Schneemänner standen auf Schränken und in Regalen.
In den Fenstern hingen Lichterketten. Der (damals noch echte) Adventskranz wartete mit seinen roten Kerzen auf seinen Einsatz.

In den folgenden vier Wochen wurde gebacken, eingekauft, vorgekocht, die Besuche geplant. All das war nicht hektisch. Nun ja, für mich sowieso nicht. Ich war ja noch klein. Aber auch später nicht, als ich ein großes Kind war.
Besondere Freude hatte ich am Geschenkekauf. Dazu ging man damals noch in die Stadt, lief von Geschäft zu Geschäft und kam mit gefüllten Einkaufstaschen nach Hause. Online ging nicht. Was für ein Glück.

Am Vormittag des Heiligabend kam immer mein Onkel zu uns. Er hatte die ehrenvolle Aufgabe, den (echten) Weihnachtsbaum in den Ständer zu bekommen. Das Fluchen gehörte dazu. “Der Baum ist schief“, “Der Stamm ist zu dick“, “Den hab ich doch nicht gekauft“ (Doch, hat er)…
Es dauerte allerdings nie lange, bis der Baum stand. Noch am Vormittag begannen wir (meine Oma und ich) ihn zu schmücken. Oma befestigte erst die Lichterkette, die immer weiß war. Wenn die dran war, kamen die Kugeln an die Reihe. Meistens waren es rote oder goldene Kugeln. Ganz selten durften alle Farben an den Baum. Und am Schluss Lametta. Hui, das war für mich ein Spaß. Lamettawerfen. Oma ermahnte mich aber stets, das Zeug vernünftig über die Zweige zu hängen. Jedes Jahr zeigte sie mir, wie ich die Glitzerfäden aus der Verpackung nehme und an den Baum bringe. Heute bin ich Profi darin.

Und genauso ist es bei mir geblieben. Okay, einige Änderungen gibt es. Adventskranz und -baum sind nicht mehr echt. Irgendwann fand ich den Gedanken doof, eine Tanne sterben zu lassen, nur weil ich sie fünf Wochen in der Wohnung sehen wollte.

Die Lichterkette am Baum ist immer noch weiß, die Kugeln rot, und in diesem Jahr haben wir auch wieder Lametta dran. Nachdem Tochter ein bisschen unglücklich damit war, das Zeug aus der Verpackung zu bekommen, gab ich meine Tipps weiter. Geschmückt ist er (der Baum) schon, und abends darf er leuchten. Warum bis Heiligabend warten? Die Athmospäre ist so kuschelig.

Der letzte Einkauf vor Weihnachten ist geschafft. Alle Geschenke eingepackt. Die nächsten Tage werden also ruhig, so wie es sein soll. Ich werde an die Menschen denken, mit denen ich früher Weihnachten gefeiert habe, die es aber nicht mehr gibt. Jedenfalls  nicht in dieser Welt. Ich werde Filme schauen, die ich damals mit Oma geschaut habe, IST DAS LEBEN NICHT SCHÖN? zum Beispiel. Noch nie in meinem fast 50jährigen Leben schaffte ich es, den Satz “Immer wenn ein Glöckchen klingelt, bekommt ein Engel seine Flügel“ ohne Tränen zu überstehen. Auch das ist Tradition.

Weihnachten, wie man sich wohlfühlt – so sollte es sein. Keine Terminzwänge, kein festgefrorenes Dauergrinsen, keine stundenlange Telefonate… Weihnachten ist auch die Zeit des Loslassens vom Alltag. Wir verbringen die Tage nur mit denen, die uns wirklich wichtig sind. So war es früher, und so wird es auch in diesem Jahr sein.

Euch allen wünsche ich jetzt schon ein friedliches Weihnachtsfest. Bleibt gesund.

WINTER

Es glitzert schon auf den Zweigen,
Der Schnee in seiner Pracht.
Der Wind streicht durch die Lüfte,
Der Winter ist erwacht.

Mit Frost und klaren Nächten
Ist er jetzt eingekehrt.
Die Seen sind zugefroren.
Die Tiere frieren sehr.

Doch sie sind nicht verlassen.
Der Mensch sorgt sich um sie.
Er füttert das Wild im Walde,
Dass sie hungern nie.

(Aus der Gedichtsammlung meiner Oma L. M. 1920 – 2003)

JETZT…

Jetzt bist du an einem Punkt, an dem du nie sein wolltest. Deine Welt dreht sich nicht mehr wie sonst.

Jetzt stellen sich dir Fragen, auf die du keine Antworten bekommst.

Jetzt gibt es sicher einen Grund dafür, den du später verstehen wirst. Vertraue darauf.

Jetzt würde ich gern für dich da sein, doch es ist nicht der richtige Zeitpunkt.

Jetzt hilft vielleicht nur Reden, und wenn du das möchtest, höre ich dir zu.

Jetzt ist dein Lachen verschwunden, dabei brauchst du es gerade so dringend.

Jetzt klingt deine Stimme so traurig, und das zerreißt mir das Herz.

Jetzt geht irgendwann vorbei. Das verspreche ich dir.

DU KANNST ALLES TUN, DOCH NIMM DIE KONSEQUENZEN AN…

Du beugst dich zu weit aus dem Fenster und wunderst dich, wenn du herausfällst?

Urteile Menschen ab, von denen du nur die Oberfläche kennst.
Maße Dir an, Fakten zu kennen, die du dir aus Bruchstücken von Gesprächen zusammengebastelt hast.
Nimm dir das Recht, zu reden, ohne zu denken.
Glaube daran, dass du perfekt und unwiderstehlich bist.

Vielleicht gerätst du damit an einen Menschen, der sich das gefallen lässt. Der verzweifelt genug ist, um sich deine Vorwürfe und Mutmaßungen, die du dir zur Wahrheit gemacht hast, anzuhören.

Vielleicht aber auch nicht. Vielleicht hat dieser Mensch keinen Bock mehr auf deine Fantasie. Dann bleibt dir nichts anderes übrig, als das zu akzeptieren. Wenn du das kannst…

WIE VIELE CHANCEN KANN MAN GEBEN?

Der folgende Beitrag hat NICHTS mit Liebe und Partnerschaften zu tun.

Im Zwischenmenschlichen kommt es zu Meinungsverschiedenheiten, Irrtümern, heftigen Streitereien, unfairen Vorwürfen. Da nehme ich mich nicht aus. Man hat eine kleine (oder große) Weile absolute Kontaktsperre, doch irgendwann kommt der Zeitpunkt, an dem man sich vorsichtig wieder annähert.

Solche Situationen gab es auch in meinem Leben. Logisch. Bis zu einem gewissen Zeitpunkt war ich bereit, denjenigen neue Chancen einzuräumen bzw. um eine neue Chance zu bitten.

Dann kam der Moment, in dem ich erkannte, dass Gewohnheiten, vor allem die im Umgang mit anderen, nicht geändert werden können. Man ist, wie man ist. Das ist okay. Einige kommen damit klar, einige eben nicht.

Nun kann man es ohne Ende immer weiter versuchen, irgendwie mit einer solchen Person zurecht zu kommen. Man kann Bosheiten und Dummheiten runterschlucken. Man kann sich ein dickes Fell zulegen und sagen “Tja nun“.
Man kann aber auch etwas für seinen Seelenfrieden tun, sich nicht die Energie und die Freude nehmen lassen und beschließen “Nach der zweiten Chance ist Schluss“.

Genau das habe ich vor einiger Zeit getan. Mir ein Chancen-Limit gesetzt. Nicht nur im Geben, sondern auch im Versuch, wieder in Kontakt zu treten. Nach dem zweiten Versuch ist es vorbei. Dann ist der Zeitpunkt gekommen, an dem man erkennen muss, dass manche Menschen einfach keinen gemeinsamen Nenner haben. Dass Kommunikation nicht möglich ist. Die Chemie nicht stimmt. Was auch immer. So was ist nicht schlimm…

KALT, NASS, HERBST…

Regentage mag ich. Kälte… komm ich mit klar. Herbst – finde ich toll.

Kommt alles drei zusammen, ist es sehr schön, wieder nach Hause zu kommen. Trotz wettertauglicher Kleidung ist alles irgendwie durchweicht. Die Regentropfen pieksen heute eiskalt ins Gesicht. Bei jedem Schritt denkst du nur “Autsch“.

Durchgefroren kommst du nach Hause, legst dich trocken, kochst Kaffee und eine Kanne Tee, deren Himbeer-Vanille-Duft durch die Wohnung zieht. Die Kuscheldecke wartet und legt sich tröstend und fürsorglich um deine Schultern. Was willst du mehr?

Herbst ist schön…

WOW

Heute früh, ich lag noch im Bett, angelte ich mein Handy vom Nachttisch und tippte die Twitter-App an. Mach ich sonst nie, doch ich wollte wissen, wie die Wahl ausgegangen ist.
Ich las da auch was und sagte mir: “Leute, mit so was macht man keine Scherze.“
Meine Nacht war sehr kurz. Nun ja, sie war genauso lang wie anderswo, aber Herr Fitzek hielt mich wach. Genau um 1.20 Uhr klappte ich “Das Paket“ zu. Ende. Meine Güte. Dass es so ausgeht, hätte ich nie im Leben gedacht.
Zum Runterkommen hab ich noch ein neues Buch angefangen. Haha, runterkommen. Gegen halb drei legte ich auch das weg und versuchte dieses Einschlafen, was eigentlich ganz toll ist.

Zurück zum Thema.
Zwei Kaffee und ein paar Stunden (in denen ich mich immer wieder fragte, ob die Amis das wirklich durchgezogen haben) nach dem Aufstehen – Internet.
Weder mein unterkoffeiniertes Gehirn noch mein Erinnerungsvermögen täuschten mich. Mir fehlten glatt mal ein paar Worte. Außer einigen, die ich hier nicht schreiben möchte.

Haben wir noch gedacht, schlimmer als Bush jr kann es nicht kommen, wurde die Welt nun eines Besseren belehrt.
Man sollte meinen, als Schreiberling hab ich jede Menge Fantasie. Diese reicht allerdings nicht aus, um mir die kommenden vier Jahre vorzustellen. Kommt es noch zu einer nächsten US-Wahl? Oder existieren wir bis dahin gar nicht mehr? Wird Fremden- und Frauenfeindlichkeit in den Staaten nun zum Gesetz?
Mit jedem Fortschritt und jedem Recht auf öffentliche Zurschaustellung der persönlichen Arroganz bewegt sich die Menschheit rückwärts. Ist das das Ziel der “Großen dieser Welt“? Worin liegt die Faszination in solchen Persönlichkeiten? Was sehen Menschen, die Trump gewählt haben, in ihm? Was erhoffen die sich?
Fragen, die mich brennend interessieren…

ICH WOLLTE WISSEN, WAS ICH FÜHLE…

Wenn du wissen möchtest, wie sich manche Dinge anfühlen, wie es dir dabei geht, mach es einfach. Mach es bald. Am besten bei der nächsten sich bietenden Gelegenheit.

– Du willst wissen, wie es ist, mit einem Fallschirm aus einem Flieger zu springen?

Ich persönlich sage “dämlich“, aber um mich geht’s nicht. Buche einen Tandemsprung und tu es!

– Du willst wissen, wie es ist, einen Hund zu haben?

Geh ins nächste Tierheim und geh mit einem spazieren.

– Du willst wissen, wie es ist, ein Buch zu schreiben?

SUPER TOLL! Setz dich hin und fang an.

– Du willst wissen, wie es ist, Profikiller zu sein?

Halt! Stop! Davon lass lieber die Finger. Entweder wirst du selbst gekillt, oder du verrottest im Knast. Das kann nicht dein Lebenziel sein.

– Du willst wissen, wie es ist, ohne Internet zu leben?

Erinnere dich an deine Kindheit. Das ist schön. Man überlebt das auch heute.

– Du willst wissen, wie es ist, jemand bestimmten zu küssen?

Mach es. Aber um nicht einen Klatscher zu kassieren, warne die Person vor. “Hey, ich werde dich jetzt küssen.“
Siehst du ein schockiertes Gesicht, lass es lieber. Denn das fühlt sich dann garantiert nicht gut an.

Verstehst du, was ich sagen will?

Es nützt nichts, über Dinge (oder Lebewesen), die man möchte, nachzudenken. Je länger du das machst, desto gnautschiger wirst du. Je öfter du “Was wäre, wenn…“-Spiele spielst, desto unzufriedener wirst du.

Probiere alles aus, was du willst.
Teste dich.
Fühlst du dich auf Anhieb wohl, mach weiter.
Hast du beim Ausprobieren das kleinste Gefühl von “Och nö“, tu es nie wieder.

NOVEMBERLICH…

Es ist dunkel – draußen und drin. Obwohl es noch nicht mal 15 Uhr ist.

Der Regen plätschert aus dem dunklen Himmel. Einzige Farben draußen sind die bunten Blätter, die auf Gehwegen, Straßen und Rasenflächen liegen. Jedenfalls so lange der Hausmeister sie nicht aufsaugt.

Mit ein bisschen Glück haben wir den dreijährigen Lärm in unserer Straße endlich hinter uns. Das Haus gegenüber ist fertig, und die beiden neuen Häuser dahinter sehen auch schon ganz gut aus.
Es war schon hart, sich drei Sommer hintereinander in Zeichensprache verständigen zu müssen, wenn man in unserer Küche saß. Dazu kommt unser Obernachbar, der nur nachts aktiv wird. Keine Ahnung, ob der dann Möbel-Bowling spielt oder was. Manche Nacht liege ich nachts in meinem Bett und frage mich, ob das Gekreische seiner Freundin ein Notfall ist, oder ob die einfach nur ihren Spaß haben.
Ich gönne echt jedem seine Spielchen, aber nachts zwischen halb eins und halb vier (was seine bevorzugte Zeit ist) macht mich das verdammt sauer.
Ihn darauf ansprechen brachte nichts. Beschwerden an den Vermieter brachten langfristig auch nichts. Nun ja. Leider ist es verboten, dem Ich-gehe-im-Anzug-zur-Arbeit-und-bin-etwas-Besseres-Jüngelchen eine zu verpassen. Schade eigentlich.

Herbst also. Soll ja die Zeit der Vergänglichkeit sein. Zeit des Loslassens und so. Bisher wusste ich nicht, dass das auch für ganz normale Gebrauchsgegenstände gilt. In der letzten Zeit scheint irgendwie alles kaputt gehen zu wollen. Schuhe, Kugelschreiber, Glühlampen ohne Ende, die Autobatterie, meine Geduld mit manchen Leuten… Yeah!

Das Thema Glühlampen ist ja auch meins, sobald die Sonne früher untergeht.
Ich hasse diese Energiesparlampen. Ehrlich. Da will man mal schnell in die Küche, um etwas zu holen, drückt auf den Lichtschalter, und es passiert… nichts. Da scheint das Display meines Telefons heller als diese doofen Lampen.
Vielleicht kann mir jemand erklären, worin genau die Energieersparnis dieser Erfindung liegt. Denn um irgendwas zu sehen, müsste ich das Licht eine halbe Stunde früher einschalten. Macht für mich aber auch keinen Sinn. Doch was weiß ich schon…

Mit der Logik habe ich es eh nicht so, wie ich immer wieder lerne.
Ich gehe im Grunde davon aus, dass so ziemlich jeder Mensch weiß, wie der Umgang im normalen Alltag aussieht. Auch wenn wir alle so cool und frech und selbstbewusst sind, gibt es ein paar Regeln, die einzuhalten sind. Ich meine sowas profanes wie Höflichkeit. Oder auch das Akzeptieren der eigenen Persönlichkeit.

An anderer Stelle erwähnte ich bereits, dass ich nie Schauspielunterricht bekommen habe und mich daher schwer damit tue, mich anders zu zeigen als ich bin.

Nun sagt mir meine Logik, dass es gar keinen Grund gibt, mich zu verstellen. Meine Logik sagt, dass ich ein Recht auf eine eigene Meinung, eigene Entscheidungen und eigene Grenzen habe, die ich mir setze.
Pustekuchen.

In diesem Jahr habe ich so viel über Menschen gelernt wie in den letzten sechs Jahren zusammen nicht. Zuhören und das Gehörte verstehen scheint ein ganz großes Problem zu sein. Das führt zu endlosen Wiederholungen von „Gesprächen“ und bei mir letztendlich zu gähnender Langeweile.
Mir wurde des Öfteren „bescheinigt“, dass der Umgang mit mir so einfach sei, weil ich nichts fordere und zu manchen Dingen eine lockere Meinung habe.

Nun ja, irgendwie stimmt das. Nur heißt „eine Meinung zu etwas haben“ nicht, dass ich diese für mein Leben realisiere. Da gibt es schon Abweichungen. Es muss mir ja gut gehen mit den Dingen, die ich mache oder lasse. Ich muss dahinter stehen. Ich möchte jeden Tag in den Spiegel schauen, ohne mich zu schämen.

Ziehe ich Grenzen, weil mir einiges zu weit geht, wird rumgeheult. Mir werden Dinge vorgeworfen, die nur wieder aus irgendwelchen Erinnerungsfetzen zusammeninterpretiert werden.

Und wenn jemand es so toll findet, dass ich nichts fordere – warum tut er/sie das dann?

Ich soll unbedingt mitten in der Nacht an die Ostsee mitkommen, für zehn Minuten Feuerwerk.

Ich soll jetzt sofort Zeit für ein zwei- bis dreistündiges Telefonat haben.

Ich soll sofort irgendeinen Quatsch beantworten, der mich nicht interessiert.

Ich soll in meinem Zimmer dieses oder jenes ändern.

Ich soll mit jemanden was Unverbindliches anfangen, der ein Foto seiner Ex im Auto hat, die er zurück haben will.

Ich soll Verständnis haben.

Ich soll jeden Blödsinn glauben, den man mir erzählt. Selbst wenn es offensichtlich ist, dass es nicht stimmt.

Ich soll Entscheidungen anderer akzeptieren (was ich durchaus tue), aber es soll sich nichts ändern.

Ich werde blöd angemacht, weil meine Familie an erster Stelle steht.

Ich werde blöd angemacht, weil ich niemanden, den ich gerade kennenlerne, mit zu mir nach Hause nehme.

Das sind so Sachen, die mich mittlerweile müde lächeln lassen. Ich verschwende meine Energie, meine Lebenszeit nicht mehr mit Leuten, deren Egos nach einer Politur schreien. Und wenn ich dafür verbale Haue bekomme, dann ist das okay. Ich nehme es weder persönlich, noch kommt das von Leuten, die mir genug bedeuten, dass es weh tun könnte.

Wie bin ich jetzt eigentlich von Herbst darauf gekommen? Ein Fall von automatischem Schreiben? Egal. Hab mich ja lange nicht mehr ausführlich gemeldet. Ist es heute mal etwas länger und privater.

Einen lieben Gruß in die Blogger-Runde. Ich wünsche euch einen wunderbaren Herbst.

HEUTE BEI THALIA…

An einem Tisch, auf dem Advents- und Weihnachtsdeko ausgestellt waren, stand eine ziemlich alte Frau. Sie hatte eine von diesen kleinen Spieluhren in der Hand und drehte an der Kurbel. Aus der Uhr ertönte ein Weihnachtslied.

Diese alte Frau stand da also, kurbelte das kleine Ding, und ihre Augen leuchteten wie die eines Kindes. Sie lächelte und schien voller Glück zu sein.

Ich schaute ihr eine Weile zu, und auch auf meinem Gesicht erschien ein Lächeln.

Es beeindruckt mich immer wieder, wie einfach es ist, das kleine Glück zu sehen.

Ich wünsche euch einen Sonntag mit genau solchen Momenten.

LABYRINTH

Geduldig und hoffnungsvoll den Weg gehen.

Plötzlich gegen eine Wand laufen, die eben noch nicht da war.

Mit schmerzenden Verletzungen umdrehen und an der nächsten Kreuzung abbiegen.

Um festzustellen, dass es eine Sackgasse ist.

Wieder kehrt machen.

Wieder eine Kreuzung.

Noch eine Sackgasse.

Verloren im Labyrinth.

Nicht wissen, wie es aus dem Dschungel von Irrwegen geht.

Weiter laufen.

Weiter suchen.

Wie lange noch?

FREIHEIT, LIEBE ODER BEIDES?

“Freiheit ist ein unersetzbares Gefühl. Aber sie hat ihren Preis. Man ist allein, obwohl man sich nach Liebe sehnt.“

Das sagte mir heute jemand, und seitdem denke ich ein bisschen darüber nach.

Warum kann man nicht beides haben, fällt mir spontan ein. Ist es so unrealistisch, seine Freiheit zu haben und trotzdem zu lieben und geliebt zu werden?

Was heißt “Freiheit“?

Da hat wohl jeder seine eigene Definition. Es könnte bedeuten:
– alles selbst entscheiden zu können
– auf niemanden Rücksicht nehmen zu müssen
– niemanden Rechenschaft und Erklärungen abzugeben
– keine Verantwortung für jemand anderes zu übernehmen
– nichts teilen zu müssen
– nach Lust und Laune zu flirten
– seine Ruhe zu haben, wenn man Ruhe möchte

Was Liebe bedeutet, erkläre ich an dieser Stelle nicht. Da hat grundsätzlich JEDER eine andere Vorstellung, wie ich gelernt habe. Nur so viel: “Wenn du dich fragen musst, ob du liebst, tust du es nicht.“ (Zitat aus dem wunderbaren Film ONE WEEK)

Zurück zur Eingangsaussage.
Mir stellen sich da zwei Fragen:
1. Was ist mir wichtiger, Freiheit oder Liebe?
2. Kann man nicht doch beides haben?

1. Sollte eigentlich einfach zu beantworten sein. Ist einem etwas wichtig, zahlt man beinahe jeden Preis. Man gibt das eine für das andere auf. Ohne nachzudenken, ohne zu zögern, ohne Bedauern. Punkt.

2. Jein.
Ich persönlich möchte gern glauben, dass man beides haben kann. Frei zu sein schließt Liebe nicht aus. Sonst wäre diese Liebe nicht richtig. Wenn man sich gefangen und unter Druck gesetzt fühlt, kann es keine Liebe sein.
Bisher bin ich davon ausgegangen, dass Liebe ein leichtes Gefühl ist, dass einen fliegen lässt. Und Fliegen ist ein Stück Freiheit. Glaube ich.
Partnerschaften verpflichten nicht 24/7 zusammen zu sein. Jeder hat ein eigenes Leben, einen eigenen Alltag, den niemand – auch bei aller Liebe nicht – über den Haufen werfen kann und möchte. Und worüber sollte man sich unterhalten, wenn man ständig aufeinanderhockt?
Ich denke, selbst in einer Partnerschaft, die idealerweise von Liebe geprägt wird, muss man nicht für jeden Schritt, den man allein geht, Rechenschaft ablegen.
Wichtig ist doch, dass man seinen Partner nicht absichtlich verletzt. Dass man ihn nicht belügt. Dass man sich auf gleicher Augenhöhe begegnet.
Spricht das nicht dafür, dass man beides haben kann?
Das Schwierige an der Sache ist, jemanden zu finden, der genauso denkt. Viele, vor allem die reifen Jahrgänge, klammern sich ans erste Date als gäbe es kein Morgen. Du steckst plötzlich in einer Beziehung und weißt es nicht mal. Da hat man plötzlich keine Freiheit und ein Zuviel an Liebe.
Triffst du allerdings auf jemanden, der deine Sicht auf das Thema teilt, kann es passieren, dass die Liebe nicht reicht. Ein Teufelskreis…

Der ideale Satz, der mir zu diesem Thema einfällt, ist:

ICH HABE DIE FREIHEIT, ICH ZU SEIN UND DICH ZU LIEBEN.

Das wär’s doch…

ES GEHT NICHT OHNE

Viele Leute wollen ihre Mitmenschen nicht enttäuschen. Davon gehe ich jetzt mal ganz optimistisch aus. Sie machen und reden und tun und reißen sich manchmal ein Bein aus, um das zu erfüllen, was sich ein anderer gerade wünscht oder was der andere braucht.

Das ist löblich.

Wirklich?

Es kommt, wie immer, auf den Einzelfall an. Ist jemand in akuter Not – logisch. Dann lässt man alles stehen und liegen und ist für ihn da.

Was aber, wenn man sein eigenes Leben ständig in die Warteschleife legt, um jemand anderen zu “bespaßen“ bzw ihn nicht zu enttäuschen?

Akzeptabel?

Ein bisschen wünsche ich mir, dass Ihr jetzt “NEIN!“ ruft.

Enttäuschungen sind immer an Erwartungen geknüpft. Wer jetzt sagt: “Ich erwarte nichts“, dem sage ich: “Glaub ich nicht.“

Schon wenn wir morgens aufstehen, tun wir das nicht ohne Erwartungen:

– Hoffentlich wird’s ein ruhiger Tag.

– Hoffentlich kommt der Bus pünktlich.

– Hoffentlich gibt’s keinen Stau.

– Hoffentlich regnet’s nicht.

– Hoffentlich nervt mich niemand.

Wenn Ihr jetzt mehr Beispiele ERWARTET habt, muss ich euch ENTTÄUSCHEN.

Und dann gibt es auch noch die kleinen (oder großen) Enttäuschungen, die man tagtäglich unbewusst anderen antut.

– Man begegnet sich täglich am Bus und redet ein paar Minuten. Heute hast du verschlafen und nimmst einen Bus später. Dein morgendlicher Gesprächspartner ist enttäuscht, weil es ihm ein wichtiges Ritual geworden ist.

– Jemand stellt dir eine für ihn wichtige Frage. Du siehst das eher als Plauderei, antwortest aus dem Bauch heraus. Leider ist das nicht die Antwort, die gewünscht wurde. Enttäuschung.

Was tun?

Nicht viel, nehme ich an. Das alles gehört zum Leben dazu. Durch Enttäuschungen lernen wir, dass wir auch weiterleben, wenn wir nicht alles bekommen, was wir uns wünschen.

Und wir dürfen auch mal enttäuschen, ob bewusst oder unbewusst. In erster Linie muss es uns selbst gut gehen. Nur dann können wir für andere da sein.

MIESER TREND

Lese ich die News, habe ich seit langer Zeit das Gefühl, in einem ziemlich schlechten Film zu sein. Den neuesten Vogel schießen diese Horror-Clowns ab. Nix gegen ein bisschen Erschrecken. Aber mit Baseballschläger, Messer und Kettensäge? Läuft letzteres mit ’nem Akku, oder muss der Gestörte in Reichweite einer Steckdose sein, um seine Mission zu erfüllen?

Was ist los mit den Menschen? Nur noch Psychopathen unterwegs? Matsch im Hirn? Langeweile? WAS??

Bald geht die Karnevalszeit los. Trägt da noch jemand ohne schlechtes Gewissen ein Clowns-Kostüm? Oder werden “normale Clowns“ vorsorglich verhauen, weil – sie könnten ja Blödsinn machen? Ist das politisch überhaupt noch vertretbar, als Clown zu gehen?

Wann hört der “normale Clown“ auf, und wann beginnt der Horror-Clown?

Gehören überschminkte Ladies nachts in diversen Clubs auch schon zur Kategorie “Horror-Clown“? (Das macht mir nämlich Angst.)

Wie schön wäre es, mal wieder Nachrichten zu sehen (und zu lesen), bei denen man nicht stundenlang kopfschüttelnd durch die Gegend rennt. Kriegt man ja Nackenschmerzen.

Herrje, wir gehen strammen Schrittes auf die Adventszeit zu. Bisschen Besinnung, bisschen Friede (wenn man lange genug so tut als ob, wird’s Wirklichkeit – hab ich irgendwo mal gelesen), bisschen Achtsamkeit und Hilfsbereitschaft. Kann doch nicht so schwer sein. Und cool und sexy ist das auch. Im Gegensatz zu so ’nem Horror-Clown.

SCHMERZ VS. HOFFNUNG

“Schmerz hält man aus. Was einen tötet, ist die Hoffnung.“
(aus THE LONG WAY DOWN)

Es gibt so viele schlaue Sätze und Weisheiten zum Thema Hoffnung. Einige davon haben sicher auch ihre Berechtigung. Kommt ja immer darauf an, worauf man hofft.

In den meisten Fällen – die, die das ganz normale Leben betreffen – glaube ich, dass Hoffen Zeitverschwendung ist. Zeitverschwendung und Ausreden sich selbst gegenüber.

Man hofft auf ein Ereignis, dass irgendwann stattfinden soll.
Man hofft auf eine bestimmte Person, die irgendwann fester Bestandteil des eigenen Lebens wird.
Man hofft… und verpasst Momente, die wirklich wichtig wären und das Leben auf positive Weise verändern könnten.
Man redet sich ein, dass schon alles so passieren wird, wie man es sich vorstellt (sprich: hofft) und muss nichts anderes tun als auf diesen imaginären Zeitpunkt warten…

Wie dumm sind wir hoffnungsvollen Menschen eigentlich?

Vielleicht klingt das etwas krass. Doch wie es sich inzwischen herumgesprochen haben dürfte, bedeutet ein Irgendwann NIEMALS.
Hoffen und sein Leben leben schließen sich nicht unbedingt aus, bremsen allerdings mächtig die zu treffenden Entscheidungen und bringen um einigen Spaß, den man vor lauter Hoffen verpasst.

Nein, dieses Hoffen bringt niemanden weiter. Es bringt Enttäuschungen. Es schmerzt. Es tötet…

Kommen wir ihn zuvor. Töten wir die Hoffnungen, von denen wir tief im Inneren wissen, dass sie sich eh nie erfüllen werden.
Wählen wir stattdessen den bekannten Schmerz. Der vergeht eines Tages vielleicht auch. Und wenn nicht, so wird er doch erträglicher….

BLOCKADE

“Beim Schreiben muss man Entscheidungen treffen.“

Vielleicht fällt es mir genau deswegen zurzeit so schwer, Texte zu verfassen. Texte, die öffentlichkeitstauglich sind, meine ich. Mit meinem Tagebuch habe ich kein Problem. Das “quatsche“ ich ohne Ende voll. Das wertet und kommentiert ja auch nicht.

Seit wann sind mir eigentlich Wertungen so wichtig?

Seit wann interessiert es mich, ob meine Texte ankommen?

Interessen sind unterschiedlich. Zum Glück. Was einer gut findet, findet der nächste doof. Ist ja auch für mich nichts Neues. Damit kann ich auch bestens leben.

Seit Tagen fechte ich Pro-Kontra-Kämpfe mit mir aus. Ja, Plural. Wie oft hab ich das im Blog gemacht…

Und jetzt?

Nix. Ich krieg einfach die Worte nicht in die richtige Reihenfolge. Ausgerechnet ich. Das glaubt mir ja niemand. Wie soll ich denn da zu Entscheidungen kommen?

Wie kommt man da raus?

Ratschläge bei Schreibblockaden hab ich gelesen. Helfen nicht.

Das einzige, das helfen könnte, wäre ein Reset der Festplatte im Kopf (und wenn wir gerade dabei sind, machen wir das mit dem Herz auch gleich). Doch solche Dinge wurden mal wieder nicht erfunden. Alles, was wichtig wäre, gibt’s nicht.
Beamen wäre jetzt toll. Inklusive Zeitreise. Dann wäre jetzt nicht Freitag, der 14.10., sondern ein Donnerstag im April letzten Jahres.

Würde mir das beim Sortieren helfen?

Wer weiß das schon. Vielleicht ja, vielleicht nein. Auf alle Fälle wäre es schön.

Ratlose Grüße in die Welt. Kommt gut ins Wochenende.

(UN)ACHTSAM

Sind wir unaufmerksamer gegenüber unseren Mitmenschen geworden? Achten wir weniger auf die, die irgendwie zu unserem Leben gehören – ob wir wollen oder nicht?

Ich fürchte, ja.

Von einem Moment auf den anderen fällt dir ein bestimmter Mensch ein. Du fragst dich: “Wie wird es wohl XYZ gehen?“

Weil du allerdings selbst ständig im “Stress“ bist und/oder keine Zeit/Lust auf ein Gespräch hast, machst du es dir einfach. Whatsapp oder Facebook auf. Ah, XYZ war vor ein paar Stunden online, also lebt er/sie noch. Und damit ist die Frage beantwortet.

Ist sie das wirklich?

Natürlich nicht. Du nimmst dir vor, dich am nächsten Tag zu melden und hast kurzfristig dein Gewissen beruhigt. Am nächsten Tag kommt allerdings etwas wahnsinnig Wichtiges dazwischen. Oder du vergisst es einfach.

War das schon immer so? Oder ist dieses Desinteresse erst in den letzten Jahren entstanden?

Ich glaube, seit Facebook, Whatsapp, Twitter & Co ist es vorbei mit dem großen Interesse.  Vielleicht liegt es aber auch an dieser schnelllebigen Zeit, in der jeder sich selbst am nächsten ist bzw sein muss.

Wir tun uns schwer damit, Probleme anderer zu unseren zu machen. Leicht haben wir es schließlich alle nicht. Wie leicht (und erleichtert) glauben wir einem “Mir geht’s gut“, wenn man doch mal fragt. Wie leicht springen wir von einem Tweet/Posting/Blogeintrag zum nächsten. Wie leicht lassen wir uns in realen Gesprächen von Unwichtigen (das Handy beispielsweise) ablenken.

Wir kratzen nur noch an Oberflächen, hören nicht bewusst zu, glauben zu schnell einem Lächeln, das nur aufgesetzt ist
Wir machen “Scherze“ auf Kosten anderer. Meiden Personen, die unbequem sind. Es ist eben einfacher, mitzutreiben als selbst zu schwimmen.

Warum fällt es uns im Jahr 2016 so schwer, auf unsere Mitmenschen zu achten?

P.S. Natürlich möchte ich nicht pauschalisieren. Ausnahmen gibt es immer. Leider werden es immer weniger.

SCHAU NACH VORN

Deine vergangenen Erlebnisse und Erfahrungen haben dich zu dem Menschen gemacht, der du heute bist. Es ist nicht notwendig, niemals wieder zurück zu schauen. Oberste Priorität solltest du allerdings den Dingen schenken, die vor dir liegen.

Ziehe einen Strich unter den Dingen, die, wenn du deine rosarote Brille absetzt, unerreichbar sind. Trenne dich von Menschen, die dich immer wieder traurig (oder wütend) machen.

Auch wenn du nicht gerade der Denk-positiv-Typ bist – mach Dinge, die dir gute Laune bereiten. Immer mit dem Fokus auf den Weg, der vor dir liegt.

Sei dir wichtig. Du kennst deine Möglichkeiten. Verabschiede dich von Gewesenen. Begrüße das, was kommt.

ES GAB MEER

Gestern war es soweit. Badesachen, Strandmatten, Sonnenschirm und was man sonst so alles am Strand braucht, wurde gepackt. Ist ja auch immer ein kleiner Umzug. Wir sind von Dingen abhängig, ohne die wir kaum einen Tag überleben könnten.

Nee, Quatsch.

Normal brauchen wir eine Stunde fünfzehn Minuten bis zu unserem Lieblingsstrand. Gestern kamen wir schon auf dem Hinweg in einen Stau. Wir machten es den Autos vor uns nach, drehten um und fuhren einen anderen Weg.

Eine halbe Stunde später als geplant – WASSER!

Ich mag diesen ersten Blick nach viel zu langer Zeit auf die Ostsee. Die sanften Wellen, auf denen weiße Boote segelten. Motorboote, die über das Wasser preschten. Für die kleinen Fischkutter waren wir zu spät. Die fahren ja schon frühmorgens raus. In meinen Romanen jedenfalls.
Am strahlend blauen Himmel tummelten sich ein paar weiße Wölkchen.

Wir suchten uns einen Platz so nah am Wasser wie möglich und richteten uns ein. Links von uns schaute “Maddies“ Leuchtturm durch die Bäume und ließ mich lächeln.

Ziemlich schnell kam der Moment, an dem ich auf das Wasser sah und nur noch rein wollte.

Ich bin ’ne Frau. Frauen frieren leicht. Auch im Hochsommer. Hatte ich in diesem Moment vergessen.

Voller Vorfreude lief ich los… um ganz schnell wieder stehen zu bleiben, als die erste Welle meine Füße umspülte.
Himmel, war das kalt!

Egal. Ich bin ’ne Frau, die immer dann mutig ist, wenn sie was will. Also Schritt für Schritt langsam und cool, wie bei einem Spaziergang, weiter rein.

Das Wasser stieg. Also nicht das Wasser. Es wurde nur langsam tiefer. Ganz langsam. Einer der Gründe, warum ich diesen Strand so liebe. Man kann ewig weit reingehen, ohne den Grund unter den Füßen zu verlieren. Das mag ich nämlich nicht. Jedenfalls nicht in der Ostsee.

Irgendwann waren die Beine nass. Dann ging es los. Bauch und Arme nassmachen. Kalt. Kalt! KALT!!

Als ich dann endlich ganz im Wasser war, mich auf den Rücken legte und in den Himmel schaute, war auf einmal alles gut. Die Wellen schaukelten mich. Die Sonne streichelte meinen Körper (ein bisschen zu sehr, wie ich zu Hause merkte; ich habe meinen allerersten Sonnenbrand). Ich fühlte mich sicher, geborgen und trotzdem frei.

Es fasziniert mich jedes Mal neu, wie ich auf Meere reagiere. Der Mensch trägt eine Sehnsucht nach Meer in sich. Jedes Mal, wenn ich an einem Ufer stehe, frage ich mich, woher das kommt. Ist es dieses Da-draußen-bin-ich-frei?

Natürlich geht so ein Tag immer viel zu schnell zu Ende und man muss zurück zu seinem Alltag. Für eine Weile allerdings ist dieses Gefühl von Schwerelosigkeit noch präsent. Wenn’s mal wieder ärgerlich wird, schließe ich meine Augen und träume mich in die See.

Ü 45

Eine meiner Lieblingsbeschäftigungen ist “Leute gucken“. Nicht nur gucken (gucken genügt, wenn sie einfach nur sexy aussehen), sondern beinahe studieren. Vor allem die Kommunikation hat es mir angetan. Ob nun mündlich (was von Vorteil ist, weil man da die Körpersprache und das, was die Augen sagen, gleich mitlesen kann) oder schriftlich – ich finde es faszinierend.

Dieses Mündliche setzt natürlich voraus, dass man ab und zu auch was sagen muss, was für das “Studium“ mitunter störend sein kann.

Nun gerate ich meistens an Menschen, bei denen das Ich-muss-was-sagen nicht so oft vorkommt. Gerade Männer reden ohne Punkt und Komma. Wenn ich zum Thema was zu sagen hätte und auf eine Atempause meines Gegenübers warte, ist der schon beim übernächsten Thema und ich denke ‚War sowieso egal‘.

Bei all den Beobachtungen (gerade in diesem Jahr) habe ich die Vermutung, dass besagte Männer nur so viel reden, weil sie nervös und/oder aufgeregt sind. Das in Verbindung mit “Wenn ich könnte…“, “Ich würde gern…“ oder “Es wäre schön, wenn…“ legen die Vermutung nahe, dass sie um Himmels Willen nichts falsch machen wollen. Was ja irgendwie rücksichtsvoll ist, aber auch anstrengend. Ich hab mir in den letzten Jahren abgewöhnt, zwischen den Zeilen bzw Aussagen zu lesen. Dabei kommt es sehr oft zu Missverständnissen, und bis diese wieder ausgeräumt sind, ist in der Bekanntschaft ein kleiner Riss. Ist ja auch doof.

Höre ich das Betreffende sachlich (also ohne zu raten, was denn gemeint sein könnte und auch nicht nachfrage), ist das auch wieder nicht richtig. Dann höre ich später ein “Du hast ja nichts gesagt“.

Richtig. Hab ich nicht. Ich werde mich hüten, jemanden zu erzählen, was er machen und lassen soll. Dann hat man irgendwann auf jeden Fall die A***karte.

Was mir bei Ü 45 Männern ganz besonders aufgefallen ist: Sie lernen jemanden kennen und sind nach einer Begegnung total verliebt. Eigentlich haben sie keinen Plan, wie die Frau tickt, was sie mag und nicht mag, doch sie sind sich sicher, mit genau dieser Frau den Rest ihres Lebens zu verbringen.

Lässt sich Frau auf ein Kennenlernen ein, ist es vorbei mit der Ruhe und der Freiheit. Das Handy ist nur noch still, wenn man es lautlos stellt. Oder es klingelt gleich an der Haustür. Ständig. Täglich. Ein Verliebtsein kann sich gar nicht entwickeln. Es wird überdeckt von einem Zuviel des Guten.

Ich verstehe, dass Männer weniger Zeit als Frauen haben, sollte man der Statistik glauben, dass Frauen länger leben. Ich verstehe auch, dass Männer sich Mühe geben, eine Frau für sich zu gewinnen. Es gibt ja weibliche Wesen, die das mögen. Was ich nicht verstehe, ist, dass Männer in meinem Alter gerade am Anfang so unglaublich klammern.

Wenn ich mit Frauen über dieses Thema rede, geben sie mir Recht. Es scheint, als gäbe es ein bestimmtes Alter, an dem sich Männchen und Weibchen wandeln.

Junge Frau = will schnelle, feste Bindung. Wahrscheinlich um ein Nest zu bauen und Nachwuchs zu bekommen.

Junger Mann = will sich nicht schnell fest binden, sondern seine Freiheit genießen.

Frau um die 40/50 = genießt nach intensivem Familienleben und “Aufzucht der Jungen“ ihre wohlverdiente Freiheit, was mit Sicherheit auch Spaß einschließt.

Mann um die 40/50 = ???
Was geht in ihnen vor? Gehört es zum männlichen Ansehen in diesem Alter, eine feste Beziehung zu haben? Und wie schaffen sie es, sich so schnell zu verlieben und sich absolut sicher zu sein?

Vielleicht liegt’s aber auch an mir, und ich bin zu blöd, mich Hals über Kopf zu verlieben…

FLUCH ODER SEEGEN DES AUTOPILOTEN

(In diesem Beitrag geht es nicht ums Fliegen, Fahren oder andere Fortbewegungsarten.)

Jeder “Schreibsüchtige“ kennt das. Es gibt diese Momente, da willst du alles löschen (oder zerreißen), was du jemals in die Tasten oder auf’s Papier gebracht hast. Du sitzt an einem Text, der recht schnell wächst. Du schreibst per Autopilot, denkst nicht groß nach, lässt die Worte, die irgendwo in dir stecken, einfach raus. Nach einer Weile erkennst du nicht mehr, auf welchen Buchstaben deine Finger landen. Oder du siehst die Zeilen nicht mehr, auf denen dein Stift entlanggleitet. Es liegt an den Tränen, die dir über’s Gesicht laufen.

Ohne dass du es geplant hast, rammte dir dieser Text, an dem du gerade geschrieben hast, ein langes spitzes Messer genau in dein Herz. Du willst eigentlich gar nicht darüber schreiben. Aufhören geht aber auch nicht mehr. Wie fremdgesteuert wischt du dir die Tränen aus den Augen, und du schreibst weiter. Zwischendurch sagst du dir: “Es ist nur ein blöder Text“, doch du weißt, dass das nicht stimmt.

Schön. Du hast dein Thema des Tages gefunden.

Gerade dieses Schreiben auf Autopilot hat mir in vielen Situationen geholfen, etwas zu erkennen, was ich beim Darüber-nachdenken nicht verstand. Es gibt einen Unterschied zwischen dem Vernünftig-drüber-nachdenken-und-entsprechend-handeln und dem, was dein Herz will oder deine Seele oder ganz einfach du. Der halbwegs vernünftige Mensch setzt sich Grenzen, die gar nicht seine sind. Grenzen, die vielleicht allgemeingültig sind, den gesellschaftlichen Regeln entsprechen, aber nicht der eigenen Überzeugung. Ständig will man richtig handeln, niemanden verletzen, Rücksicht nehmen. Das ist auch ziemlich edel. Interessiert am Ende jedoch niemanden. Schon gar nicht deinem Wohlergehen.

Ist es also so schlau, dieses Autopilot-Schreiben? Hat es einen Vorteil, sich selbst zu kennen? Seine unzensierten Gedanken und Wünsche? Wenn die Vernunft Dir sagt: “Vergiss es, Baby“?

Ist es nicht vielleicht besser, die Selbstlügen, die man sich seit Jahren einredet, weiterhin zu glauben? Die allgemeinen Regeln einzuhalten? Mit dem Strom zu schwimmen? Einer von vielen zu sein?

Tja. Kommt immer drauf an, wer man ist. Gutmensch oder Rebell. Das müsste man per Autopilot mal herausfinden…

BESTRAFUNG

Privates Telefonieren ist für mich wie ein Besuch beim Zahnarzt. Zur Wurzelbehandlung. Ohne Narkose.

Ich weiß nicht, wann ich angefangen habe, das Telefonieren zu hassen. Es gab durchaus mal Zeiten, da war der Hörer fest mit meinem Ohr verwachsen. Als DDR-Kind hatte ich meinen ersten privaten Anschluss als ich ungefähr vierundzwanzig Jahre alt war. Meine Güte, was hab ich da telefoniert. Die Rechnung hab ich meistens heimlich bezahlt, weil sie mitunter ziemlich hoch war.

Irgendwann kam die Zeit, in der ich es hasste, wenn das Telefon klingelte. Ich empfand es als höchste Strafe, da ranzugehen. Es gibt kein traumatisches Erlebnis. Jedenfalls ist mir keines bewusst. Es nervte nur irgendwann. Es langweilte mich zu Tode, rumzusitzen (oder rumzulaufen) und  in dieses Ding zu reden und darauf zu warten, dass der Anrufer gesagt hat, was er sagen will. Was mitunter Stunden dauern kann. Man kommt ja gern vom Hundertsten ins Tausendste. Mein Blick auf die Uhr verrät mir, dass wieder eine Stunde meiner Lebenszeit vergangen ist, ohne dass ich sie sinnvoll genutzt hätte. Nicht dass ich jede Minute sinnvoll nutze. Um Himmels Willen, nein. Aber dieses Telefonieren macht mich einfach wahnsinnig. Ich mag es nicht. Ich hasse es abgrundtief. Kurze Gespräche a la Info weitergeben oder empfangen – kein Problem. Ist das Gespräch länger als fünf Minuten – HILFE!!

Sicher gibt es da Unterschiede zwischen den Anrufern. Mit meinen Kindern würde ich tägliche Vierundzwanzigstunden-Gespräche führen, wenn es sein müsste. Wären sie nicht genau solche Telefonmuffel wie die Mama. Der eine oder andere ist auch dabei, dem ich einen Anruf nicht übelnehme. Aber das sind Ausnahmen. Wirklich.

Nun scheine ich nur Menschen zu kennen, die nicht gerne schreiben, sondern lieber telefonieren. Noch lieber natürlich persönlich, aber darum geht’s gerade nicht.
Arrrghhh.
Egal, womit man gerade beschäftigt ist – man lässt alles liegen und nimmt den Anruf entgegen. Nur um sich eine sehr lange Zeit später zu fragen: “Was war jetzt eigentlich der Grund des Anrufs?“

Gründe gibt es gar nicht.
Smalltalk.
Stimme hören.
Pause nutzen. (Dass ich gerade keine Pause habe, ist völlig egal.)
Was weiß ich.

Manchmal wünschte ich mir, ich würde den Erfinder des Telefons in die Finger kriegen. Dem würde ich den Hörer um die Ohren hauen. Hat er Glück, dass es ihn nicht mehr gibt.

SCHLAFLOS IN S.

Wenn Annie und Sam in Seattle schlaflos sind, ist das irgendwie schön. Da passiert was. Wenn ich in S. schlaflos bin, ist das doof. Da passiert zwar auch was, aber darauf kann ich nachts verzichten.

Keine Ahnung, was das zurzeit ist, was mich wach hält. Na ja, eigentlich weiß ich es doch. Meine Gedanken rächen sich nachts dafür, dass ich mich tagsüber abzulenken weiß. Mit einem “Wenn du glaubst, dass wir nicht mehr da sind, hast du dich getäuscht“, besuchen sie mich Nacht für Nacht. Gerne auch mit tausend Fragen, deren Beantwortungen ganz super dringend wichtig sind.

Man könnte meinen, ich solle mich tagsüber mit diesen Fragen beschäftigen. Vielleicht darf ich dann schlafen. Aber ich mag nicht. Ich will nicht. Ich kann nicht…

EINE SACHE DER DEFINITION

In der zwischenmenschlichen Kommunikation kommt es häufig zu Missverständnissen, weil jeder Mensch eine andere Definition von Dingen hat. Das ist nicht schlimm. Das ist sogar ganz normal. Menschlich eben. Wir haben unterschiedliche Wertvorstellungen, Wahrnehmungen, Meinungen. Deshalb sind Gespräche ja auch so interessant. Eigentlich.

Was mir persönlich immer häufiger auffällt, sind die Unterschiede, wenn es um Freundschaft und Liebe geht. Es gab Zeiten, da hab ich bis auf’s Messer diskutiert, wenn mir jemand sagte: “Aber wir sind doch befreundet.“
Mittlerweile antworte ich nur noch mit einem “Hmm…“.

Bis ich jemanden “Freund/in“ nenne, können Jahre vergehen. Vor allem aber Situationen. Ein Freund (männlich wie weiblich) ist für mich niemand, mit dem ich einmal im Jahr telefoniere. Oder mit dem ich mal ausgehe. Den echten Freund-Status verdient auch niemand, nur weil wir uns Jahrzehnte lang kennen. Die pseudolustigen Sprüche im Internet, dass ein Freund der ist, den man nachts um halb drei anrufen kann und der nicht sauer reagiert, sind genau so Blödsinn. Liebeskummer kann man auch abends bekämpfen.

Was ist ein Freund für mich?

Für mich bedeutet es, zu jemanden grenzenloses Vertrauen zu haben. Jemanden alles, wirklich jeden Scheiß, erzählen zu können und zu wissen, das wird nicht bewertet oder dramatisiert. Jemand, dem man auch mal sagen kann: “Du bist doof“, wenn er/sie Mist gebaut hat und nicht beleidigt ist. Jemand, mit dem man streiten kann. Jemand, dessen Meinungen man toleriert und der meine Meinung toleriert.
Bei Freunden hat man das Bedürfnis, sie im eigenen Leben haben zu wollen. Man möchte an ihrem Leben teilhaben.

Alles, was diese Kriterien nicht erfüllt, ist für mich Bekanntschaft. Das ist nicht abwertend gemeint. Ich habe eine Menge Bekannte, die ich total mag und gern mit ihnen Zeit verbringe. Ein Blick in mein Innerstes erhalten sie allerdings nicht.

Der beste Freund in meinem Leben war wahrscheinlich mein Onkel, auf den ich in den letzten neunzehn Jahren (und für den Rest meines Lebens) verzichten musste.
Wir waren wirklich dicke miteinander. Als ich jünger war, rettete er mich aus manch blöder Situation. Wir hatten eine Menge Spaß zusammen. Wir erzählten uns die Fakten unseres Lebens, unsere Wünsche und Träume. Wir gaben uns gegenseitig den entscheidenden Schubs, wenn einer sagte: “Ich würde ja gerne…“
Sicher gab es auch Phasen, in denen wir sauer aufeinander waren. So richtig wütend. Das wurde dann auch ausgesprochen und wir schmollten beide für ein paar Wochen. Nur um irgendwann drüber zu lachen und festzustellen, wie doof wir manchmal sind.

Vielleicht war diese Freundschaft leicht, weil wir aus “dem gleichen Stall“ kamen. Weil wir blutsverwandt waren. Keine Ahnung.

Manchmal fehlt mir jemand, mit dem ich so eine Freundschaft habe. Aber man kann niemanden ersetzen, und wenn das Vertrauen fehlt oder irgendwas anderes stört (unpassende Gefühle zum Beispiel), ist das eben nicht möglich.

Genau so verhält es sich für mich mit der Liebe. Ich liebe nicht automatisch. Ich liebe nicht nach dem ersten Kuss oder dem ersten Sex. Wenn ich ständig an jemanden denken muss, heißt das auch nicht, dass ich ihn liebe. Ein Will-haben ist noch keine Liebe.

Liebe entsteht. Sie wächst wie eine junge Pflanze. Sie ist nicht wirklich vergleichbar mit irgendetwas. Sie ist eine Kraft, die von innen herausbricht. Dich Hindernisse überwinden lässt, von denen du glaubtest, sie niemals zu schaffen. Liebe macht, dass du zu dem Menschen wirst, der du immer sein wolltest.

Manche sagen, die richtig wahre Liebe gibt es nur einmal im Leben. Das mag sein. Jeder hat (sollte) so einen Menschen haben, mit dem er die nachfolgenden vergleicht. Hui, das hört sich unfair an. Ist aber Fakt. Doch trotz dieses einen Menschen, der dich gelehrt hat, wie sich Liebe anfühlt, kannst du wieder lieben. Etwas anderes darf man gar nicht glauben.

Tja, so viel zu meinen Definitionen von Freundschaft und Liebe. Ich höre oft, dass ich das zu streng sehe. Doch ich sehe das nicht – ich fühle es.

Habt einen schönen Tag.

MEIN HELD DES TAGES

Hey, das wäre ja auch mal eine schöne Blog Kategorie. Let’s go.

Mein Held des heutigen Tages ist….

*Tusch*

… der Waschmaschinenmonteur.

Er ist Lebens- und Dana-Retter. Die OP am offenen WM-Körper verlief problemlos. Eine Transplantation des Heizstabes wurde vorgenommen, die Vitalfunktionen getestet und überwacht und Maschine als geheilt entlassen.

Jippie!

Cool war er auch. Logisch. Seine Vorfahren kommen aus der gleichen Ecke wie meine. Da funkt man auf derselben Wellenlänge. Was man in so kurzer Zeit alles erfährt…
Na jedenfalls ist jetzt alles wieder schick.

UNSER MITGEFÜHL…

Unser Mitgefühl gilt heute den Mitarbeitern des Hermes Paketversandes. Speziell dem einen, der heute in unserer Stadt unterwegs war und unser Paket im Auto hatte.

Doch, wir sind dankbar, dass wir nur eine Etage tiefer gehen müssen, um unsere Sendung in Empfang zu nehmen. Es hätte ja auch schlimmer kommen können. Eine Fahrt zur Packstation, zum Beispiel.

Lobenswert ist auch, dass Ihnen doch noch das richtige Datum eingefallen ist. Über eine Uhrzeit, wann Sie angeblich hier waren, hätten wir uns auch gefreut. Aber man kann nicht alles haben. Das sehen wir ein.

Das lustige an der Sache ist, lieber Hermes-Mitarbeiter, Sie haben den falschen Klingelknopf erwischt. Vermute ich zumindest. In unserer Wohnung war nämlich die ganze Zeit jemand. Wir hatten keinen akuten Anfall an Taubheit. Lärm, der lauter als die Türklingel ist, herrschte auch nicht. Da kommt man schon ins Grübeln.

Gut, unser Paket hätte in die 3. Etage gemusst, befand sich dann in der zweiten. Vielleicht hätten die sechzehn Stufen extra ja zu einem akuten Erschöpfungssyndroms des Mitarbeiters geführt. Das wollen wir natürlich nicht.

Vielleicht war auch der Name auf dem Paket nicht so gut zu erkennen, der Paketbote klingelte irgendwo und ließ sich beim Lesen helfen. Und wenn er schon mal bei jemanden war, konnte das Paket auch gleich dableiben. Das fördert die gute Nachbarschaft. Hilfsbereitschaft und so. Sie verstehen?

Vielleicht wurde aber auch einfach der Kaffee im Auto kalt. Diesen Grund könnte ich persönlich sehr gut nachvollziehen. Kaffee ist wichtig. Aber im Ernst, ich wäre Ihnen sogar entgegengekommen. Wäre ganz fix gegangen.

Nebenbei bemerkt, es ist nicht das erste Mal, dass wir anscheinend zu hoch wohnen oder unser Name so doof ist, dass man nichts mit uns persönlich zu tun haben möchte. Vielleicht sind die Gründe auch ganz andere. Was wissen wir schon vom Job des Paketzustellers.

Weiterhin gute Fahrt und zufriedene Kunden…

MÖGLICHKEITEN

„Woher sollte ich wissen, dass man manchmal schreien möchte? Oder jemanden schlagen? Oder auf dem Steg sitzen und weinen?“
(Pacey zu Joey in “Dawsons Creek“)

Genau. Woher, zum Teufel, sollte ich so was wissen. Ich, die Starke, die immer alles packt. Die immer alles im Griff hat. Die über den Dingen steht. Die nie verletzlich ist.
Woher sollte ich das Gefühl ohnmächtiger Wut kennen?
Wut auf das so genannte Schicksal, das Universum. Ja, sogar auf glückliche Menschen.

Schreien fällt aus. So kräftig ist meine Stimme nicht, und wer das hören muss, tut mir dann auch schon wieder leid.

Jemanden schlagen. Auf Anhieb fallen mir da eine Handvoll Leute ein, die es zumindest verdient hätten. Aber dieses Schlagen ist auch nicht so mein Ding. Und die Leute glücklicherweise weit weg.

Der Steg also. Der Steg muss reichen. Im Moment kein richtiger. Doch so viel Fantasie besitze ich, um mich zu einen hinzuträumen. Und zu weinen. Und das Universum aufzufordern, alles wieder in Ordnung zu bringen…

Erstelle deine Website mit WordPress.com
Jetzt starten